Konstanz (rin) Vor zehn Jahren organisierte sich eine Gruppe Menschen, die in den Wirren des Kosovo-Kriegs nach Deutschland geflohen war. Sie machte die hierzulande völlig unbekannte Volksgruppe der Kosovo-Ägypter bekannt. „Damals kannte uns keiner“, sagt Milazim Alijaj vom örtlichen Ägyptischen Verein Cleopatra. Heute hat der Verbund in der Region 450 Mitglieder, 250 allein im Kreis Konstanz. In Langenrain feierte er jüngst sein zehnjähriges Bestehen.
Kosovo-Ägypter sprechen albanisch, doch Albaner sind sie nicht. Der dunkle Teint der Ägypter erinnert an das Aussehen von Roma, doch auch zu denen zählen sie sich nicht. Der Sage nach kamen die Ägypter im Tross von Alexander dem Großen auf den Balkan. Er will sie wegen ihrer herausragenden Hufschmiedekunst geschätzt haben. An die Herkunft vom Land am Nil erinnerte auf dem Fest ein Bild Nofretetes, der weltberühmten Pharaonengattin. Hinter ihrem schönen Gesicht stellte sich die Gruppe „Pyramida“ auf, die auf Elektroinstrumenten Balkanlieder spielte.
Milazim Alijaj, Ekrem Abazi und Zumeraj Jahir erinnerten an die Anfänge des Vereins. Sie bedankten sich bei Friederike von Wolff vom Arbeitskreis Asyl für ihre Hilfestellungen beim Aufbau. Von Wolff überreichte den Kosovo-Äyptern Bilder, die an Aktionen im Verein erinnern, und selbstgebastelte Orden. Grüße überbrachte auch Sadedin Delija, ein Vertreter der Balkanägypter Österreichs.