Konstanz Im Einsatz für die Nachbarn
13.11.2008
Konstanz – Die Wohnviertelhelferinnen der katholischen Pfarrei St. Suso engagieren sich in der Gemeinde, denn der Pfarrer kann in der großen Seelsorge-Einheit Petershausen nicht alle Aufgaben allein bewältigen. Hinter dem Begriff Wohnviertelhelferinnen verbirgt sich ein soziales Netz, das aus 35 Frauen besteht. Sie kümmern sich ehrenamtlich um Menschen in ihrer Nähe. Schwester Clementia spannte bereits 1962 dieses soziale Netz. . Ihre Nachfolgerin im Ehrenamt des Wohnviertelapostulats, Rosemarie Isele, knüpft täglich neue Fäden, neue Kontakte kommen hinzu.
Die Helferinnen gratulieren im Namen des Pfarrers zum Geburtstag und den Eltern zur Geburt des Kindes. Pfarrbriefe müssen ausgetragen und neu Hinzugezogene begrüßt werden. Aber das Wichtigste ist das soziale Netz. Was machen die Kranken, braucht die allein stehende Mutter doch ein größeres Kinderbettchen, der Arbeitslose ein Fahrrad zur neuen Arbeitsstelle oder die alte Frau mehr Betreuung? Auch hier gilt es, Kontakte mit caritativen oder städtischen Behörden aufzunehmen.
Einmal im Jahr bleibt den Wohnviertelhelferinnen Zeit für ein Gespräch in Ruhe: am Dankesabend. . Als Gastrednerin war dieses Mal Mechtild Eling eingeladen, über viele Jahre Chefärztin im Caritas-Baby-Hospital in Bethlehem. Die aus Münster stammendeMedizinerin absolvierte Anfang der 70er-Jahre ihre Facharztausbildung am Klinikum Konstanz. Danach aber arbeitete sie ein Jahr lang in Afrika und dann führte sie ihr Weg nach Israel, wo er sich mit dem von Pfarrer Andreas Rudiger kreuzte, der dort sein theologisches Jahr verbrachte. Vor vier Jahren kehrte Eling an den Bodensee zurück.
Wenn vom kürzlich verliehenen Bundesverdienstkreuz die Rede ist, dann strahlen Mechtild Elings Augen weniger als wenn sie von den leuchtenden Kinderaugen in Bethlehem spricht. Ihr Vortrag im Gemeindesaal von St. Suso bewirkte entsetzte Gesichter bei ihren Zuhörerinnen. Wer stellt sich vor, dass die Behandlung von Kindern an der israelisch-palästinensischen Mauer scheitert, dass Hochleistungsmedizin nur wenige Kilometer von ärmlichen Verhältnissen ein Leben retten könnte oder dass ohne Kostenübernahme keine Behandlung möglich ist. ?
Jetzt steht eine Erweiterung des Caritas Baby Hospitals an. Die Frauengemeinschaft von St. Suso spendet seit Jahren für den Krankenhaus und hält Kontakt. Mechtild Eling hat im Ruhestand ein anderes Krankenhaus gefunden: Sie kümmert sich jetzt um Krebspatienten im Klinikum Konstanz.
