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Konstanz Ho Narro: Konstanz startet in die Narrenkonzert-Saison

Viel Witz und Spott beim Konstanzer Narrenspiel von Kamelia Paradies und Niederburg: Die Konzilfasnacht lohnt sich auch dieses Jahr – unter anderem, weil es zum Schluss- und Höhepunkt eine echte Überraschung gibt.

Die Saison der Narrenkonzerte ist eröffnet: Gleich vier Vereine haben am Freitagabend die Premieren ihrer Bunten Abende gefeiert, unter ihnen Fürstenbergler und Hofpeter. Im Konzil präsentierten sich Kamelia Paradies und Niederburg mit einem sehr gelungenen, temporeichen und musikbetonten Programm, das zahlreiche Konstanzer Ereignisse aufs Korn nahm.

Einen ebenso überraschenden wie nachdenklichen Schluss- und Höhepunkt hatte der Abend nach dreieinhalb Stunden mit dem Auftritt von Alfred Heizmann. Hatte er zunächst als Bodensee-Pirat gewitzelt, schwenkte er zu einem gereimt-spitzzüngigen, zugleich aber warmherzigen-ernsten Appell um, gegenüber Flüchtlingen Nächstenliebe walten zu lassen und sich nicht von rechter Hetze verführen zu lassen. Nach kurzer Stille gab es riesigen Applaus aus dem mit fast 400 Gästen randvollen unteren Konzilsaal.

Begeistert gefeiert wurde auch Norbert Heizmann in seiner Rolle als Friedhofsgärtner, der mit großen Sprach- und Spielwitz zwischen tiefsinnig und albern hin- und herschaltete: Da bekam der im Lago tot umgefallene Reto Bünzli aus Sankt Gallen, dessen Asche mangels Ausfuhrschein in Konstanz blieb, genau so sein Fett weg wie die Heimatzeitung: „Der SÜDKURIER, das ist mein Schluss / ist Gottes Rache für Jan Hus.“ Auch bei zwei weiteren Auftritten erntete er stürmischen Applaus – einmal ließ er im Duett mit Barbara Mauch schöne alte Fasnachtslieder wieder aufleben, einmal brachte mit Claudia Zähringer zusammen eine höchst originelle James-Bond-Nummer.

In der „Konstanzer Haifischbar“, so der Titel des Programms, war auch sonst für Abwechslung gesorgt. Als rustikal-derbe Therme-Besucherin in der Traglufthalle trat bestens disponiert und mit einem brillanten Text Martina Bauer auf. Hans Leib gab einen gut informierten und spitzzüngigen Barkeeper, auf dessen Tresen drei Flaschen für die Bürgermeister und 40 kleine Feiglinge für die Stadträte standen. Anja Uhlemann, Nicole Paul und Monika Schönegg als Schiedsrichterinnen hielten nicht nur der Männerwelt gekonnt den Spiegel vor, sondern überzeugten auch musikalisch – was auch den Präsidenten Marcus Nabholz (Kamelia) und Mario Böhler (Niederburg) gelang; immer wieder zogen sich Reminiszenzen an die Fasnacht von früher durch ein Programm, das oft zum Lachen, häufig zum Schmunzeln und gelegentlich auch zum Nachdenken anregte.

Die Mitwirkenden

 

Auf der Bühne der Narrengesellschaften Kamelia Paradies und Niederburg: Christiana Gondorf, Simon Schafheitle, Claudia Zähringer, Mario Böhler, Marcus Nabholz, Jürgen Greis, Conny Nack, die Gruppe Knall Bon-Bon, Martin Tschaki, Martina Bauer, Norbert Heizmann, Conny Regenscheidt, Hupfdolls, Fanfarenzüge Niederburg und Kamelia, Barbara Mauch, Anja Uhlemann, Nadine Paul, Monika Schönegg, Hans Leib, die Tanzmädels vom Südsee, Alfred Heizmann, Rebecca Nabholz und Michael Kaltenbach; außerdem die Fanfarenzüge von Niederburg und Kamelia Paradies; Technische Leitung: Karl-Heinz Nack mit Team, Inspizienz: Achim Schien mit Team, Musikalische Leitung: Jürgen Waidele.

 

Weitere Termine: Heute, Samstag, 16. Januar, sowie nächste Woche Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag, 19., 21., 22. und 23. Januar, jeweils um 20 Uhr. Wenige Restkarten gibt es an der Abendkasse. (rau)

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