Konstanz -
Zeitenwende im Konstanzer Rathaus – Ministerpräsident Kretschmann lobt: „Du kannst auf ein gelungenes Werk zurückblicken“
Einer von ihnen: Horst Frank gibt als letzte Amtshandlung nach 16 Jahren den Konstanzer Bürgern Grillwürste und Getränke aus.
Bild: Oliver Hanser (10), Peter Kolenbrander (1)
Sie haben Ehemann und Vater nun für sich: Ute und Till Frank bei der Verabschiedung.
„Langer Atem“: Bernd Konrad spielt beim Festakt das gleiche Stück wie 1996.
Ein besonderer Moment: Horst Frank legt nach 16 Jahren die Amtskette ab.
„Wir sind die Konstanzer Kinder“: Der Chor der Grundschule Litzelstetten.
Letzter Akt: Horst Frank verlässt den Rathaus-Innenhof mit seinem neuen Fahrrad.
Schöne Töne: Der Jazzchor Konstanz sorgt für eine beschwingte Atmosphäre.
Ein Rucksack für den weiteren Lebensweg: Der grüne Ministerpräsident Winfred Kretschmann (links) verabschiedet in Konstanz seinen Parteifreund OB Horst Frank nach 16 Amtsjahren.
Bild: Oliver Hanser
Vom Rat ein Rad: Der scheidende Oberbürgermeister Horst Frank bekommt sein Abschiedsgeschenk von FGL-Fraktionssprecherin Christiane Kreitmeier.
Bild: Jörg-Peter Rau
Ehrenmedaille der Universität und ein Bild zur Erinnerung: Der scheidende Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank mit Uni-Rektor Ulrich Rüdiger (rechts).
Bild: Oliver Hanser
Die meiste Zustimmung gab es für Ministerpräsident Winfried Kretschmann, die meisten Lacher für den herzerfrischenden Auftritt des Kinderchors aus der Grundschule Litzelstetten, den größten Applaus freilich für den scheidenden Rathauschef selbst: Horst Frank hat sich mit einem stimmigen Festakt und einem fröhlichen Bürgerfest nach 16 Jahren aus dem Amt verabschiedet. Auch viele seiner Kritiker zollten ihm Respekt für eine politische Lebensleistung, von der Frank selbst sagte: „Für mich hatte die Stadt, das Amt und der Einsatz dafür Priorität.“ Als er sein neues Fahrrad, ein schickes Modell mit Elfgangschaltung und Geschenk des Gemeinderats, aus dem Rathaus schob, war die Ära vorbei.
Zuvor hatte er nochmals zu den Bürgern seiner Heimatstadt gesprochen: Bevor es im Rathaus-Innenhof Musik vom Fanfarenzug der Niederburg, dem Saxophon-Quartett der Musikschule und der Clownkapelle der Schneckenburg gab und der scheidende OB die ersten Grillwürste und Getränke verschenke, rief er zum Engagement für das Gemeinwesen auf. Die Menschen sollten ihr direktes Lebensumfeld selbst mitgestalten. Dann mussten er und seine Frau Ute stundenlang unzählige Hände schütteln – viele Konstanzer wollten dem scheidenden OB noch gute Wünsche mit auf den Weg geben.
Herzliche Worte hatten zuvor auch schon den Festakt vor geladenen Gästen im Ratssaal geprägt. Am Schauplatz von Erfolgen und Niederlagen, erbitterten Kontroversen und gemeinsamen Initiativen hatte der OB seinen Abschied feiern wollen. Auf bisweilen bewegte Zeiten ging Christiane Kreitmeier von der Freien Grünen Liste, die Sprecherin der größten Ratsfraktion, ein. Das wurde auch aus den an die Wand projizierten Zitaten von Kommunalpolitkern deutlich, die unterschiedliche Blickwinkel auf die Ära Frank offenlegten. Uni-Rektor Ulrich Rüdiger, der von einem Zusammenwachsen zwischen der Stadt und den Hochschulen sprach, überreichte die Ehrenmedaille der Universität und ein Foto aus dem SÜDKURIER: Oliver Hanser hatte es am 15. Juni nach dem Elite-Zuschlag gemacht.
Frank selbst zog, bevor die Gastronomen des Wirtekreises ihr Können beim Imbiss unter Beweis stellten, in einer losen Folge von Szenen Resümee über seine Amtszeit. Besonders wichtig war ihm nach eigenen Worten, eine Stadt zu schaffen „in der alle Menschen eine Heimat finden können“. Durch die langen Wahlperioden habe er die Chance gehabt, „Dinge auf den Weg zu bringen und reifen zu sehen“. Er erinnerte daran, dass das Krankenhaus in kommunaler Hand bleibe, an die Bedeutung von Nachhaltigkeit, an die wirtschaftlichen Umbrüche, an die Städtepartnerschaften und brach eine Lanze fürs Kommunale. Das sei „da, wo die Menschen Politik anfassen können“. Die Macht sei „nur geliehen“ gewesen. Einen besonderen musikalischen Rahmen setzte neben dem großartig musizierenden Jazzchor und den Litzelstetter Kindern mit bekannten städtischen Telefonwarteschleifen-Lied „Wir sind die Konstanzer Kinder“ Bernd Konrad am Saxophon.
Zum Abschluss intonierte er das Stück, das er schon genau 16 Jahre zuvor zu Franks Amtseinführung gespielt hatte. Es heißt „Langer Atem“. Die schwere goldene Kette, die Horst Frank damals zum ersten Mal trug, legte er in die Hände von Hauptamtsleiter Roland Bunten. Am Montag wird sie Uli Burchardt umgehängt.
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Muss der nicht schon lange kommen? mehr ...
Auch, wenn sich Herr Frank in vielerlei ... mehr ...