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Konstanz Heimlicher Chef an der Uni

Bekannt wie ein bunter Hund: Sammy, der Uni-Kater, macht es sich bequem in den Hörsälen und Büros auf dem Gießberg.
Bekannt wie ein bunter Hund: Sammy, der Uni-Kater, macht es sich bequem in den Hörsälen und Büros auf dem Gießberg. | Bild: Agorastos

Dieser Kater ist unglaublich: Sammy erobert die Herzen an der Uni Konstanz reihenweise. Er fährt mit dem Aufzug, lässt sich in den Büros füttern, hat eine eigene Internetseite und ist sogar schon auf einer Wahlliste als Kandidat Nummer 27 aufgetaucht.

„Sammy war im früheren Leben bestimmt mal Professor“, sagt Christine Agorastos. Sie arbeitet an der Universität und möchte den Kuscheltiger nicht mehr missen. Der Achtjährige steht frühmorgens schon im Büro und schaut, was so läuft. „Er legt sich auch gerne auf die Tastatur des Computers“, erzählt sie. Zu den täglichen Stationen zählt zudem die Leitwarte der Uni. Hier steht wie an vielen anderen Stellen ein Fressnapf für ihn. Und wenn ein Kater Hunger hat, dann findet er auch etwas Leckeres.

Ob er nun ein früherer Professor ist, ein verkappter Student oder Mitarbeiter der Leitwarte, bleibt offen. Dumm ist der heimliche Chef jedenfalls nicht. Der Kater geht in Seminare, in die Bücherei, er scheut sich nicht einmal vor dem Aufzug, mit dem er andere Stockwerke erreicht. Und welches Tier in Deutschland kann sich rühmen, auf einem Wahlplakat aufgetaucht zu sein? Kater Sammy war jedenfalls auf der U-Liste auf Platz 27 zu sehen, auf dem Wahlzettel stand er dann allerdings nicht mehr – er hätte wohl manchen Mitbewerber geschlagen.

Der schwarz-weiße Kater, der im April 2001 auf einem Bauernhof bei Stockach geboren wurde, ist nun seit fünf Jahren oben auf dem Gießberg zuhause. Zuvor lebte er bei einer Familie, die in der Nähe der Uni wohnte, ließ sich von den Streifzügen durch Hörsäle und Büros aber nie abhalten. Als die Familie umzog, wurden die Impfpapiere an eine Mitarbeiterin des Hausdienstes übergeben – damit war Sammy einer von der Uni. Von da an sei der Tierarzt zur Impfung an den Gießberg gefahren, wird auf der Internetseite des Katers berichtet.

Es werden außerdem die tollsten Anekdoten von Sammy erzählt. Er besuchte einst eine Studentin in der Bibliothek, wo sie eigentlich büffeln wollte. Doch er sprang auf den Tisch und legte sich quer über die Bücher. „Da verbrachte er dann die nächsten zweieinhalb Stunden schlafend und schnurrend. Ich musste während der Zeit was anderes lernen“, schreibt sie auf der Seite. Einem Studenten leistete er an dessen Geburtstag 20 Minuten lang Gesellschaft. „Dieser Kater weiß einfach, was geht!“

Vergangenes Jahr wurde es ernst für den Herumstreicher: Er wurde von einem Auto angefahren. Der Polizist, der vor Ort war, hat ihn aber sofort als Uni-Kater identifiziert – so stadtbekannt ist Sammy. Er ist mit ein paar Verletzungen davongekommen.

Mit all seinen Abenteuern hat es der Kater sogar in ein Buch geschafft, berichtet Christine Agorastos: „Die Katze, die Anchovis liebte“ von Detlef Blum. Im Buchladen an der Uni sei es immer vorrätig. Das letzte Kapitel von Sammy, dem Uni-Kater, ist aber sicher noch längst nicht geschrieben.

Josef Siebler

Die Internetseite von Sammy:

www.uni-kater-sammy.de

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