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Konstanz HTWG-Studenten wollen protestieren

04.12.2009
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Studenten an der HTWG wollen mit Protesten auf ihre Probleme im Studienalltag aufmerksam machen. Gestern begannen sie in der Mensa dafür zu mobilisieren. Der Auslöser: HTWG-Präsident Kai Handel hatte im SÜDKURIER behauptet, dass die Hochschule keine Fehler bei der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge gemacht habe.

Es waren nur wenige Sätze der Hochschulleitung, die für die Studenten das Fass zum Überlaufen brachte. „Dass die Studierenden an der HTWG kaum protestieren, ist ein Anzeichen dafür, dass an der Hochschule die Studienreformen vernünftig umgesetzt wurden. Die HTWG hat dabei auch keine handwerklichen Fehler gemacht“, so zitierte der SÜDKURIER am 21. November Kai Handel, den Präsidenten der HTWG. Die Hochschule hatte eine längere Presserklärung verbreitet, in der sie erklärte, warum es an der HTWG im Gegensatz zu den Unis so ruhig geblieben sei. Der Tenor: Wir haben alles richtig gemacht, es gibt einfach keinen Grund zu demonstrieren.

Diese Aussage war nun der letzte Auslöser für den Protest, der am Donnerstag mit einer Aktion in der Mensa begann. Rund 15 Studenten liefen im Anzug und Kostüm gekleidet durch das Gebäude am Rhein, verteilten Schokotaler und skandierten „Reiche Eltern für alle“ und „Eure Armut kotzt uns an“. Sie bemängeln, dass Studiengebühren für nicht so gut betuchte Schulabgänger ein Hindernisgrund seien, sich an einer Hochschulausbildung zu versuchen. Doch der Protest richtet sich nicht nur gegen die Bildungspolitik im Allgemeinen, sondern auch gegen die Umsetzung an der HTWG. Die Verwendung der Studiengebühren sei zweifelhaft, so werde ein zu großer Anteil an die Verwaltung von dieser ausgegeben – die Studenten sprechen von rund 20 Prozent. Außerdem würden Imagekampagnen aus diesen Mitteln finanziert, schreiben sie in ihren Info-Blättern.

Und dass es keine handwerklichen Fehler gegeben habe, sehen sie auch nicht. „Es stimmt zwar, dass es hier besser ist als an den Unis, aber das heißt noch lange nicht, dass es hier vernünftig und gut gemacht ist“, sagt Studentin Katrin. Sie möchte ihren vollen Namen nicht in der Zeitung sehen. Der Schock sei an den Unis größer gewesen, das neue System gleiche eher den alten Studienplänen an Fachhochschulen. Das ändere aber nichts an den Problemen: Der Bachelor sei auch nicht für alle HTWG-Fächer berufsqualifizierend – so gebe es im Berufsmarkt keine Verwendung für Architekten, die einen Bachelor-Abschluss hätten. Und die BA-Absolventen aus den technischen Berufen würden nur wegen des Fachkräftemangels genommen. Masterstudienplätze gebe es zu wenig. Auch an der HTWG sei das Studium zu straff, die Regelstudienzeit sei kaum einzuhalten. „In vielen Studiengängen wurde lediglich die Studiendauer verringert, ohne aber auch den Lehrinhalt entsprechend zu reduzieren“, schreiben die Studenten.

Dass der Präsident an seiner Hochschule kaum Proteste bemerkt haben will, regt die Studenten auf. „Wir haben im Juni bei der großen Demonstration mitgemacht, vor der HTWG wurde geredet“, berichtet Katrin. „Und bei der Demonstration in Stuttgart waren wir auch dabei.“

Allerdings war es im November tatsächlich relativ ruhig an der HTWG. „Die nationalen und internationalen Forderungen passen nur bedingt auf die HTWG, wir mussten uns erstmal vorbereiten, wir wollten nicht ohne Forderungen in die Aktionsphase gehen“, sagt Katrin. Welche Form der Protest in der nächsten Woche annehmen soll, sei noch geheim. Bildungsstreik: Senatssaal-Besetzung Bildungsstreik in Konstanz

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