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Konstanz Gymnasiale Oberstufe an der Gemeinschaftsschule: Der Antrag in Stuttgart steht

Stadt und Kreis sprechen sich für eine Einrichtung aus – doch es gibt weiterhin Kritik an dem Vorhaben, ein zusätzliches Abitur-Angebot in Konstanz zu schaffen

Es war noch einmal eine grundsätzliche Diskussion, die sich in der Sitzung des Gemeinderats abspielte, während der Antrag auf eine gymnasiale Oberstufe an der Gemeinschaftsschule schon auf dem Weg zum Kultusministerium ist. Der Auslöser war die jüngste Kritik der beruflichen Schulen, die sich klar gegen das Abitur an der Gemeinschaftsschule in Konstanz aussprechen – mit dem Verweis auf den Trend zur Akademisierung, die Mittelverteilung und die Schulentwicklung insgesamt. "Überzogenes Konkurrenzdenken", urteilte Till Seiler, Mitglied der Freien Grünen Liste und Gymnasiallehrer. "Es gehört zur Idee der Gemeinschaftsschule dazu, dass dort alle Abschlüsse angeboten werden können." Zahide Sarikas (SPD) pflichtete ihm bei: "Im Erfolg der Gemeinschaftsschule zeigt sich, dass das keine Reformspinnerei ist, sondern ein gutes Konzept. Da ist es nur folgerichtig, eine Oberstufe einzurichten." Heinrich Everke von der FDP-Fraktion sah das anders, wenngleich er die Arbeit der Schulleiterin Elke Großkreutz und des Kollegiums schätze. "Wir legen großen Wert darauf, dass das duale System erhalten bleibt und nicht geschwächt wird. Wenn es so kommt, dass der Mensch erst mit dem Abitur anfängt, dann wehren wir uns dagegen." Everke erklärte, dass sich die FDP auf die Seite der berufsbildenden Schulen stellen werde, sollte es zu einer Konkurrenzsituation um Geld, Lehrpersonal oder Räumlichkeiten kommen. Wolfgang Müller-Fehrenbach, CDU-Mitglied im Kreistag und ehemaliger Leiter der Geschwister-Scholl-Schule sagte, er sei gespannt gewesen auf die Zahlen, die nun vorliegen. Immer wieder hatte es nämlich Zweifel gegeben, ob es genügend Schüler gibt, die das nötige Leistungsniveau für eine Oberstufe erreichen.

Eine Prognose des Schulamts hält nun fest: Es sind aktuell 78 Schüler, die für die Oberstufe geeignet wären. Sie kommen aus der Gemeinschaftsschule selbst, aber auch aus den Realschulen Theodor Heuss und Geschwister Scholl, sowie von der Gemeinschaftsschule Steißlingen. Zu berücksichtigen sei laut Schulamtsleiterin Waltraut Liebl-Kopitzki, dass im ersten Jahr nur vier, später sechs Züge in die Gemeinschaftsschule aufgenommen wurden, die Prognosezahl künftig also höher sein wird. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestanzahl für eine Oberstufe liegt laut grün-schwarzem Koalitionsvertrag bei 60 Schülern.

Wann das Kultusministerium entscheidet, sei schwer abzuschätzen, sagt Petra Rietzler, Elternbeirätin und Vertreterin für die Gemeinschaftsschule im Schulausschuss. Sie hoffe auf Pfingsten, befürchtet aber, dass es Sommer wird. Offen bleibt unterdessen auch die Frage, in welchen Räumen die Gemeinschaftsschüler ihr Abitur überhaupt schreiben würden. Die Schule ist schon jetzt auf zwei Standorte verteilt. Verhandlungen über einen dritten Standort auf dem Ravensberg-Gelände gibt es bereits. Dorthin soll auch die Wessenbergschule verlagert werden.

Neues Schulzentrum

Sollte das Kultusministerium die Oberstufe an der Konstanzer Gemeinschaftsschule genehmigen, müsste die Stadt als Schulträger zusätzliche Räume bereitstellen. Stadt und Landkreis sind bereits in Verhandlungen Standort sowie die kaufmännisch orientierte Wessenbergschule auf dem Ravensberg-Areal unterzubringen. Die Fachhochschule hat unterdessen Interesse am bisherigen Bau der Wessenbergschule angemeldet. (sap)

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