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Gwendoline reißt alles raus

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Führte die Tücken der Fitnessgeräte vor Augen und bot mit ihrer Schau einen Höhepunkt der Splitternacht: Schwester Gwendoline in der "Werbepause". | Bild: Heinze

Man weiß nie, was einen erwartet - das ist das Konzept der Splitternacht, der offenen Bühne im Kommunalen Kulturzentrum K9. "Profis, Amateure und Dilettanten" tummelten sich bei der ersten Veranstaltung im neuen Jahr wieder auf der Bühne; dem entsprechend durchwachsen war das Programm. Ernstes und Heiteres wechselten sich ab- wenn das Publikum auch nicht immer entscheiden konnte, ob die Darstellung ernst gemeint oder eine Realsatire war.

Der Hobbypianist Julius Börheim eröffnete den Abend. Seine Darbietung einiger Stücke von Scott Joplin und Fats Waller - Klassiker des Ragtime und Swing - war routiniert und spielfreudig. Danach sank das Niveau allerdings schnell ab. Der Pennälerhumor des Duos "Geri und Günta" hätte eher auf eine sich schon im Alkohol auflösende Faschingsveranstaltung gepasst. Ursula Wolschendorf führte dann einen Ausdruckstanz zu Ehren ihrer an Krebs verstorbenen Lehrerin auf. Allerdings brauchte das Publikum eine Weile, um zu bemerken, dass die Aufführung tatsächlich ernst gemeint war. Unsichere Lacher begleiteten den Tanz. Im zweiten Teil der Splitternacht wurden die Zuschauer für ihre Geduld belohnt. Das Duo Manticess (Gitarre und Gesang) brachte gefühlvolle Popmusik mit irischem Einschlag. Die ausdrucksstarke Stimme von Sängerin Susanne Wolff begeisterte die Konstanzer, so dass das Duo ohne Zugabe nicht von der Bühne gelassen wurde. Uta Klein als Fernsehmoderatorin "Frau Kleinschmidt" beantwortete in klassischer Stand-Up-Comedy die Frage, warum die Deutschen keine Kinder mehr bekommen.

Den Abschluss des Abends bildete die Schweizer A-Capella-Formation "À la quarte", die in bester Comedian-Harmonists-Tradition neben klassischen französischen und spanischen Liedern auch pikante Texte boten. Die Geschichte vom schwulen Hund - in der musikalischen Form eines Kirchenlieds - brachte ihnen dann auch die lautesten Lacher an diesem Abend ein. Höhepunkt der gesamten Show war allerdings die grandios absurde Moderation von "Schwester Gwendoline" alias Marlis Brüggemann, mit surreal pantomimischen Elementen. Ob sie sich auf einem Fitnessgerät abstrampelte, das sich langsam in seine Einzelteile zerlegte, oder ob sie ihre Morgentoilette im - durch einen kaputten CD-Player wiedergegebenen - wechselnden Takt von Pretty Woman ausführte, die Lacher waren ihr sicher.

Robert Heinze

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