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Konstanz Großer Besucherandrang bei langer Wissenschaftsnacht

Durch Zeit und Raum reisen, Gegenstände reproduzieren oder mit Maschinen interagieren – das alles konnten Besucher der Langen Nacht der Wissenschaft am Samstagabend in Konstanz sehen und erleben. Wir haben die Bilder!

Durch Zeit und Raum reisen, Gegenstände reproduzieren oder mit Maschinen interagieren – das alles konnten Besucher der langen Nacht der Wissenschaft am Samstagabend sehen und erleben. Die Stadt Konstanz, die Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG), die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG), die Universität und die Insel Mainau stellten neueste Entwicklungen aus der Welt der modernen Elektrotechnik vor. Angelehnt an das Motto des Wissenschaftsjahres 2014, das sich mit der „Digitalen Gesellschaft“ beschäftigt, stand dieses Jahr das Thema „analog vs. digital“ im Mittelpunkt der Wissenschaftsnacht, die zum dritten Mal stattfand. Zahlreiche Besucher pendelten zwischen den Veranstaltungsorten im Kulturzentrum, an der HTWG, der Universität und auf der Insel Mainau hin und her und staunten darüber, was die moderne Technik so alles möglich macht.

Ein Stück Torte mal eben in den Kopierer legen, den Deckel schließen und den Startkopf drücken? – Die Kopie, sähe dem ursprünglichen Gegenstand wohl genauso wenig ähnlich wie der zerquetschte Rest der Torte. Mit einem 3D-Scanner, wie er an der HTWG zu sehen war, wäre ein solcher Vorgang kein Problem. Der Kopierer ähnelt mehr einem Roboterarm, der eine Pistole in der Hand hält. Die Pistole produziert eine Laserlinie. Wenn man sie über einen Gegenstand führt, werden überall dort, wo die Linie auftrifft, Punkte an den Computerbildschirm übermittelt, auf dem das Abbild des Gegenstandes erscheint. So ein Abbild kann dann zum Beispiel mit einem 3D-Drucker gedruckt werden.

„Ich bin Thomas Lindemeier, das ist e-David“, so stellte der Doktorand der Arbeitsgruppe Computergrafik und Medieninformatik an der Uni Konstanz sich und einen Mal-Roboter vor. e-David ist ein ehemaliger Fabrik-Roboter, wie er zum Beispiel bei der Herstellung von Autos verwendet wird. Die Wissenschaftler an der Universität bringen ihm das Malen bei. Beim Umgang mit David ist aber Vorsicht geboten. Der Roboter hat eine große Kraft und zerstört regelmäßig Pinsel. Ein kreatives Biest sozusagen, auch wenn sich die Frage stellt, ob der Schaffende hier überhaupt die Maschine oder doch der Mensch ist.

In einem anderen Raum der Universität standen die Besucher unter ständiger Beobachtung. „Wir werden gerade von etwa 28 Kameras gefilmt“, sagte Christoph Gebhardt, Informatikdoktorand. Eine Kamera ist zum Beispiel auf einem riesigen Touchscreen angebracht. Der Bildschirm zeigt die Silhouette der Betrachter und ihre Bewegungen. Auf diese Art und Weise würden Leute, die an dem Bildschirm vorbeigehen, darauf aufmerksam, dass es sich um einen interaktiven Bildschirm handelt, erklärte Christoph Gebhardt.

Im Kulturzentrum waren einige Besucher zu sehen, die einen scheinbar merkwürdigen Tanz vollführten. Sie drehten sich auf der Stelle, griffen ins Leere und drehten den Kopf in Richtung Decke, als gäbe es auf der weißen Oberfläche Spannendes zu entdecken. Tatsächlich unternahmen sie mit der Oculus Rift Brille eine virtuelle Reise ins Konstanz der Jungsteinzeit. Die Brille sieht aus wie eine große Taucherbrille. Dort wo bei einer normalen Taucherbrille die Gläser sind, ist sie von außen mit schwarzem Kunststoff verschlossen. Wer sie aufsetzt, befindet sich in einer computeranimierten Welt. Durch Kopf oder Körperdrehungen kann der Träger seine Blickrichtung bestimmen.

Über all ihre Entdeckungen und Erlebnisse austauschen konnten sich die Besucher unter anderem digital auf Twitter. Die Abschlussparty im Palmenhaus der Mainau bot Möglichkeit zum Gespräch. Wer sich nach den vielen wissenschaftlichen Informationen lieber körperlich betätigen wollte, konnte zu elektronischem Swing tanzen.

 

Das Wissenschaftsjahr

Die Wissenschaftsjahre werden seit dem Jahr 2000 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Initiative Wissenschaft im Dialog ausgerichtet. Mit Ausstellungen, Vorträgen und Diskussionsrunden soll die Wissenschaft zugänglicher gemacht werden. Anfangs stand jedes Jahr eine wissenschaftliche Disziplin im Vordergrund. Seit 2010 sind die Themen fächerübergreifend. Im Mittelpunkt steht seither die Zukunftsorientierung. So fanden die Wissenschaftsjahre 2013 und 2012 zum Beispiel zu den Themen demographischer Wandel und nachhaltige Entwicklung statt. (mam)

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