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Konstanz Großer Bedarf an Sportflächen: Sportler müssen sich in Geduld üben

Die Stadt Konstanz möchte die Schänzle Sporthalle weiterentwickeln. Der Turnverein wünscht sich einen Anbau, weil er mehr Platz braucht. So geht es vielen Vereinen und Schulen. Doch eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Sportler sind in der Regel geduldige Menschen. Leistungssteigerung passiert nicht über Nacht, beharrliches Training ist der einzige Weg zum Erfolg. So ähnlich sehen es Konstanz Sportler scheinbar auch mit dem Bau oder der Erweiterung von Sportstätten. Der TV Konstanz, einer der mitgliedstärksten Vereine der Stadt, hat im vergangenen Frühjahr einen Antrag auf einen neuen Sportraum an der Schänzlehalle gestellt. Der Verein braucht mehr Platz, ein Gymnastikraum und Abstellräume für Turngeräte wären dringend nötig. Der TV wäre auch bereit, sich an den Kosten zu beteiligen. Diesen Antrag hat das Sportamt zum Anlass genommen, gemeinsam mit den in der Schänzle Sporthalle beheimateten Vereinen, ein neues Raumkonzept für die Halle zu erstellen. Bis allerdings den Besprechungen und Planungen Taten folgen können, wird es dauern. "Vor 2019 ist sicher noch nichts spruchreif. Vielleicht schaffen wir es erst, die Maßnahme in den Haushaltsplan für 2020 einzuplanen", sagt Frank Schädler, Leiter des städtischen Sportamtes.

Der TV Konstanz hat dafür Verständnis. "Bei der Erweiterung der Schänzlehalle muss die beste Lösung für alle, nicht nur für uns, getroffen werden", sagt Rainer Neff, Vorsitzender des Vereins. Angedacht ist eine zweistöckige Erweiterung, die nicht nur zusätzlichen Sporträume für den Turnverein ermöglichen soll, sondern auch für eine Vergrößerung des Foyers und neue Flächen für den Schulsport sorgen könnte. Die Räume des TV sollen dann ausschließlich für das eigene Angebot zur Verfügung stehen. Gymnastik-Kurse am Vormittag oder frühen Nachmittag seien in der Bevölkerung zwar gefragt, so Neff.

Für den Verein seien diese aber schwer anzubieten, weil die Hallen zu dieser Zeit für den Schulsport reserviert sind. Der eigene Gymnastikraum sei eigentlich nur für 15 Personen konzipiert und schon jetzt fänden Kurse mit 25 Personen darin statt, so Neff weiter. Mit der Schließung der Mädchenrealschule Zoffingen geht für den Turnverein Ende 2019 eine weitere Sporthalle verloren, die für das Training der Mitglieder wichtig ist.

 

Dirt-Bike-Anlage bleibt

Gerüchte unter den Mountainbike- und BMX-Fahrern machten die Runde, die Stadt wolle die Dirt-Bike-Anlage auf dem Schänzle Areal wieder abtragen. Diesen Behauptungen widerspricht Frank Schädler, Leiter des Sportamtes. Die Erdhügel für die Extrem-Sportler bleiben, wo sie sind. Zusätzlich soll die abgebrannte Halfpipe wieder aufgestellt werden. Jedoch sind die Verantwortlichen noch auf der Suche nach einem Standort. Der ehemalige Standort unter der Brücke fällt weg, da dort bereits Parkplätze geschaffen wurden. Die Halfpipe wird jedoch auch auf dem Schänzle Areal einen Platz finden, versichert Schädler. (ans)


Harald Schuster, Hallensportreferent im Stadtsportverband, hofft, dass es an der Schänzlehalle etwas schneller voran geht. "Wenn sich alle einig sind, wird es nicht so lange gehen, bis der Anbau kommt", sagt er. Die Kosten eines Anbaus sein im Vergleich zu einem Neubau wesentlich geringer, so sein Argument. Und dass der TV auch noch einen Teil mitfinanzieren wolle, könne das Projekt nur beschleunigen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt bewertet Schuster als gut. "Die Kommunen bauen in erster Linie für den Schulsport und wir nutzen die Hallen dann mit, das klappt sehr gut", sagt er.

Beim Stichwort Neubau denken alle Beteiligten an das Heinrich-von-Suso-Gymnasium: Hier müsste dringend eine neue Drei-Feld-Sporthalle errichtet werden. Schüler und Lehrer müssen momentan weite Wege in Kauf nehmen, um zum Sportunterricht zu gelangen. Mit dem Bus oder dem Fahrrad geht es für sie entweder in die Schänzlehalle, Petershauser Halle oder Wollmatinger Halle. "Das ist für unsere Schüler wirklich belastend und macht auch die Planung des Stundenplans schwer", sagt Rainer Kramer, Schulleiter des Suso-Gymnasiums. Die schuleigene Sporthalle hat ein Feld, die Kapazitätsgrenzen sind längst überschritten.

Die Dirt-Bike-Anlage hat ihre Anhänger gefunden und wird auch weiterhin dort bleiben. Befürchtungen der BMX-Fahrer, ihre Erdhügel würden verschwinden, sind unbegründet.
Die Dirt-Bike-Anlage hat ihre Anhänger gefunden und wird auch weiterhin dort bleiben. Befürchtungen der BMX-Fahrer, ihre Erdhügel würden verschwinden, sind unbegründet.

Doch auch hier müssen sich Schüler, Lehrer und Sportler aus Petershausen-Ost in Geduld üben. Der Antrag auf eine neue Sporthalle ist längst gestellt, der Bedarf ist anerkannt, die Prioritäten sind sowohl beim Sportverband als auch bei der Stadtverwaltung klar, dennoch bleibt die Frage nach der Finanzierung und Umsetzbarkeit. "Eine neue Halle kostet mehrere Millionen Euro, uns ist schon klar, dass das noch etwas dauern wird. Aber ein Anfang ist zumindest gemacht", so Kramer. Von der Stadtverwaltung fühle er sich in diesem Bereich verstanden und unterstützt. Ein weiterer Punkt auf der Prioritätenliste der Sportflächenentwicklung ist Dettingen. Der Konstanzer Ortsteil benötigt wegen des rasanten Bevölkerungsanstiegs ebenfalls dringend eine neue Sporthalle.

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