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Konstanz/Kreuzlingen Grenznahes Parkhaus für Einkaufstouristen? Kreuzlinger Einzelhändler schaltet hämische Anzeige

"Kreuzlinger Stadtrat plant 8 Millionen-Parkhaus für Konstanz!" So lautete jüngst die Überschrift einer Anzeige in der Thurgauer Zeitung. Dahinter steckt ein Kreuzlinger Einzelhändler, der in dem tatsächlich geplanten Bauvorhaben vor allem einen Profiteur sieht: Einkaufstouristen Richtung Konstanz.

„Kreuzlinger Stadtrat plant 8 Millionen-Parkhaus für Konstanz“ – was für eine Schlagzeile! Während Konstanz plant, ein Gutachten für die Überlegung zu erarbeiten, eine Arbeitsgruppe mit Bürgerbeteiligung zu gründen, die sich etwas zum Verkehr ausdenken soll, haut Kreuzlingen also auf den Tisch und baut am Hafenbahnhof unweit der Grenze zum Lago ein Parkhaus? Nun ja, hervorragend, merci vielmals, mag sich manch einer diesseits der Grenze denken. Jenseits der Grenze ist die Sache natürlich komplizierter und die Schlagzeile keine echte Schlagzeile, sondern die bezahlte Anzeige eines Kunden der "Thurgauer Zeitung".

Dem platzte offensichtlich das Hemd, das er sonst in seinem Kreuzlinger Modegeschäft verkauft, als er las, dass der Kreuzlinger Stadtrat in der Tat plant, beim Hafenbahnhof bis 2021 ein Parkhaus zu bauen. Dass das Ganze voraussichtlich sechs bis acht Millionen Franken koste, laut Politikangaben dem Gewerbe nütze, niemandem schade und mehr Kapazitäten schaffe. David Betschart sieht das anders. Nämlich dass das Parkhaus vor allem dem Konstanzer Einzelhandel nützt, den Kreuzlinger Gewerbehandel schade und mehr Kapazitäten an der falschen Stelle schaffe. Stattdessen, so sein Vorschlag, solle doch die Tiefgarage am Bärenplatz erweitert werden.

Der Kreuzlinger Stadtammann Andreas Netzle kontert in der Schweizer Boulevard-Zeitung „Blick“, dass es nicht die Einkaufstouristen seien, die das Parkhaus einst nutzen werden, sondern die Besucher des Kreuzlinger Seeburgparks und Studenten der Pädagogischen Hochschule Thurgau.

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