Am 22. Juli hatte die DLRG Allensbach die beliebte Seeüberquerung wegen zu kalter Wassertemperaturen und starken Windes verschoben. Viele Teilnehmer, die von weither angereist waren, hatten sich damals sehr enttäuscht gezeigt.
Am Sonntagmittag aber blieben die angekündigten Gewitter aus und sogar für das Bambini-Schwimmen der Sieben- bis Zehnjährigen war das Wasser warm genug. Bevor die Seeüberquerung begann, umrundeten 26 kleine Schwimmerinnen und Schwimmer den Badebereich des Strandbades. Die elfjährige Nina Haake war die Schnellste und brauchte für die Strecke nur sieben Minuten und 35 Sekunden. „Für mich war es warm, ich gehe öfters mal in den See.“, berichtete sie. Gut eine Minute nach ihr kamen schon Luca Kuder (acht Minuten und 40 Sekunden) und Maximilian Boos (acht Minuten und 47 Sekunden) ins Ziel.
Währenddessen machten die Teilnehmer der Seeüberquerung sich für den Start fertig. Die Sonne schien stark und die Meisten rieben sich daher nicht mit Melkfett ein, das gegen Kälte hilft, sondern mit Sonnenmilch. Einige streiften dennoch ihre Neoprenanzüge über. So etwa die geübte Schwimmerin Christine Hellstern aus Radolfzell, die auch beim dortigen Megathlon schon mitgemacht hat: „Ich finde es angenehmer, weil ich sonst schnell friere. Man verbraucht so weniger Kraft durch die Kälte. Außerdem ist man schneller, weil man mehr Auftrieb hat.“ Die Schwimmer, die sich vor dem Start im Wasser ganz vorne aufgestellt hatten, kämpften von der ersten Sekunde an um die beste Position. „Der Start ist eine Schlägerei. Wenn der Startpfiff kommt, wird einem an den Füßen gezogen und einer schwimmt über den anderen drüber.
Dann muss man Gas geben und wenn man im Feld ist, dann geht es“, berichtete die 29-jährige Jasmin Wagner später. Kurz darauf zeichnete sich schon ab, wer am Ende als erster im Ziel sein sollte: Eine gelbe Badekappe war schnell in Führung, daran änderte sich während der gesamten Strecke nichts. Nach kurzen 18 Minuten und 32 Sekunden erreichte Jannik Höntsch das Ziel. Der 14-jährige Leistungsschwimmer vom Schwimmverein Sparta Konstanz schwimmt schon Wettkämpe, seit er sieben Jahre alt ist. Beim Seeschwimmen gefiel es ihm gut, einmal nicht in Bahnen zu schwimmen. Kurz danach kamen Hermann Püthe als Zweiter und der 16-jährige Eduard Vilgauk vom Verein Sparta als Dritter an.
Doch nicht nur die jungen Leistungsschwimmer, sondern auch die vielen Hobbyschwimmer überquerten den See recht zügig: Nach etwas über einer Stunde waren alle angekommen. Trotz der Anstrengung sah man beinahe nur strahlende Gesichter.
