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Konstanz Glühbirnenverbot strahlt aus

Der Schweizer Handel bietet deutschen Verbrauchern bei Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs einige Alternativen. Man denke nur an die hochgelobte Schweizer Schokolade.

Noch sind Vorräte zu haben: Abteilungsleiter Helmut Böhrer bei Obi in Konstanz mit verpackten 40 Watt-Glühbirnen. Hamsterkäufe beobachtet das Unternehmen nicht, wie eine Sprecherin aus der Firmenzentrale informierte.
Noch sind Vorräte zu haben: Abteilungsleiter Helmut Böhrer bei Obi in Konstanz mit verpackten 40 Watt-Glühbirnen. Hamsterkäufe beobachtet das Unternehmen nicht, wie eine Sprecherin aus der Firmenzentrale informierte. | Bild: Hanser / Bodo Ruedi / Sk-Archiv

So liegt es nahe, in eidgenössischen Läden wertgeschätzte Produkte zu kaufen, die es bei uns nicht (mehr) gibt. Zum 1. September wird nun per Regelung der Europäischen Union in Deutschland das endgültige Aus für die Standard-Glühbirne eingeläutet. Von diesem Datum an dürfen keine Glühbirnen mit 40 Watt (oder weniger Leistung) mehr neu in den Handel gebracht werden. Allein Lagerbestände können noch verkauft werden. Da läge es für den potenziellen Käufer nahe, den Bedarf künftig in der Schweiz zu decken. Denn die Schweiz ist nicht Mitglied der Europäischen Union und folglich nicht an die Verbotsregelung gebunden.

Doch auch in der Schweiz werden die Kunden in den Regalen der Geschäfte bald vergeblich nach den tropfenförmigen Lichtspendern suchen. Denn im Gleichklang mit der EU wurden entsprechende Vorschriften erlassen, um die wegen mangelhafter Energieeffizienz in Ungnade gefallenen Lichtspender aus den Regalen zu verbannen. Der Schweizer Bundesrat übernahm sogar den Zeitplan der Europäischen Gemeinschaft: Anfang 2009 kam das Aus für die 100 Watt-Birnen, 2010 wurden die 75 Watt-Birnen aus dem Handel genommen, 2011 waren es die 60 Watt-Größen und nun zum 1. September Glühbirnen mit 40 Watt oder weniger. Auf Schweizer Seite freuen sich nicht alle gleichermaßen über den Gleichklang mit den EU-Nachbarn. Peter Maag, der Direktor der Industrie- und Handelskammer Thurgau mit Sitz in Weinfelden, stellt fest: „Es wäre natürlich positiv gewesen, wenn sich die Richtung des Einkaufstourismus wenigstens in diesem Bereich gewendet hätte.

“ Die Schweiz übernehme die EU-Regelungen jeweils etwas vorschnell. Er sagt zudem: „Das Glühlampenverbot wird die Welt wohl nicht retten.“

Unterdessen berichtet der Handel auf beiden Seiten der Grenze, dass die Verbundenheit der Verbraucher mit der kugeligen Glühbirne nicht mehr so groß zu sein scheint, wie sie es einmal war. In der ersten Verbotsphase 2009 und 2010 habe man noch feststellen können, dass die Verbraucher einmal verstärkt zugegriffen hätten, sagt Utz Geiselhart, Geschäftsführer des Handelsverbands Südbaden. Über vergleichbare Reaktionen habe man derzeit „kein Feedback vom Handel“.

Nadine Kaiser, eine Sprecherin der Zentrale der Obi Heimwerkermärkte stellt fest: „Wir beobachten weder Hamsterkäufe, noch haben wir uns über die Maßen bevorratet.“ Pech dürften deutsche Freunde der Standard-Glühlampe haben, die sich kurz vor dem endgültigen Verkaufsaus in einem Geschäft des Schweizer Migros-Genossenschaftsbundes mit den Lichtspendern eindecken wollen.

Die Zürcher Migros-Sprecherin Monika Weibel stellt klar, man habe die vor dem Verbot stehenden Glühbirnen längst aus dem Programm genommen. Migros betont so den Stellenwert der Ökologie in der Geschäftspolitik. Bei der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee will man das endgültige Glühlampen-Aus und mögliche Resteverkäufe in Deutschland und der Schweiz mit Augenmaß betrachtet wissen. „Die Umsatzanteile von Glühbirnen im grenzüberschreitenden Handel sind sicher überschaubar“, sagt Geschäftsführer Uwe Böhm.

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