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Konstanz "Glücksspiel" beim Gottesdienst

14.05.2008
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Was ist, wenn die Orgel plötzlich ihren Geist aufgibt? Diese Frage stellen sich Mitglieder der Pfarrei St. Gebhard sowie des Orgelbauvereins St. Gebhard bei jedem Gottesdienst. Für ein neues Instrument werden rund 800000 Euro benötigt.

Konstanz - Die bestehende Orgel, die 1931 eingeweiht und 1961 modernisiert wurde, ist mittlerweile marode, weshalb der Orgelbauverein St. Gebhard alles daransetzt, um die Finanzierung einer neuen Orgel, die Schätzungen zufolge rund 800000 Euro kosten wird, schnellstmöglich zu realisieren, denn mit einem Ausfall des Instruments sei jederzeit zu rechnen.

Wolfgang Müller-Fehrenbach, Vorsitzender des Orgelbauvereins St. Gebhard, stellt fest: "Eigentlich ist das vergangene Jahr glücklich verlaufen, weil die Orgel durchgehalten hat. Aber es ist eine Gratwanderung, welche die Pfarrei durchmacht." Lediglich der Kunst des Organisten sei es zu verdanken, dass die Gottesdienstbesucher noch in einen Musikgenuss kommen. "Er weiß, wie man trickst und die Schwachstellen im wahrsten Sinne des Wortes überspielen kann", sagt Müller-Fehrenbach. Immer wieder würden Töne ausfallen. Dann bastle der Organist an der Orgel, damit der Klang "erträglich" sei, wie Müller-Fehrenbach anschaulich beschreibt. Eine Reparatur lohne sich nicht mehr, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende Christoph Jung. Bereits im Jahr 2003 wurde ein Förderkreis für den Orgelneubau gegründet, aus dem vor mehr als zwei Jahren der Orgelbauverein St. Gebhard entstand, um die Anschaffung einer neuen, leistungsfähigen Orgel zu realisieren. Rund 800000 Euro wird die neue Orgel kosten. Den Auftrag für den Orgelbau könne der Verein erst erteilen, wenn mehr als 300000 Euro zusammengespart sind, wie Wolfgang Müller-Fehrenbach informiert. Der Verein mit seinen nunmehr rund 80 Mitgliedern hat erst etwa 60000 Euro zur Verfügung.

"Ich hoffe, dass wir in einem Jahr 100000 Euro haben", so der Vorsitzende. Die Zeit drängt. Orgelmusik zum Gottesdienst sei zu einem reinen Glückspiel geworden. "Wenn sie tatsächlich ausfällt, hätten wir lediglich das kleine Orgelpositiv des Sinfonischen Chors zur Verfügung, aber dieses ist zu klein für die große Kirche", so Wolfgang Müller-Fehrenbach. Aus diesem Grund ist der Verein froh über jedes Mitglied, das sich mit einem Jahresbeitrag von 20 Euro für den Orgelneubau einsetzt. "Ich hoffe auf 200 Mitglieder", so das Ziel von Pfarrer Andreas Rudiger. 4300 Katholiken gebe es in der Gemeinde, 9000 in der Seelsorgeeinheit. Ob Spenden, Stiftungen oder Sponsorenvertragspartner - alle möglichen finanziellen Wege sind erforderlich, um das Großprojekt zu realisieren, da sind sich die Aktivisten des Orgelbauvereins einig. Der Orgelbauverein will weiterhin die Werbetrommel unter dem Motto "Ein großer Klang für Petershausen" rühren. Die neue Orgel wäre nach dem Münster und St. Stephan die umfassendste und voluminöseste. "Es wäre eine Bereicherung für das gesamte rechtsrheinische Stadtgebiet", ist Wolfgang Müller-Fehrenbach sicher.

Einige Veranstaltungen sind geplant, damit Geld in die Kasse kommt. Am 19. Juli werden die Lakeside Gospel Singers aus Böhringen in St. Gebhard ein Konzert geben und am 21. September wird Pfarrer Andreas Rudiger auf dem Oktoberfest einen Zelt-Gottesdienst abhalten. Anschließend sind weitere Aktivitäten auf dem Festgelände geplant. Ein Benefizkonzert mit Juandalyn Abernathy ist für den 18. Oktober geplant. Kuchenverkauf sowie Besichtigung der Orgel runden das Aktivitätsprogramm ab.


Spenden willkommen

Der Orgelbauverein St. Gebhard hofft, noch viele Unterstützer zu gewinnen. Nähere Infos zum Orgelbauverein und zum Erwerb einer neuen Orgel unter Telelefon 07531/9423701, E-Mail: orgelbauverein@petershausen.net . Für Spenden steht das Konto-Nr. 24015612 bei der Sparkasse Bodensee (BLZ 69050001) zur Verfügung. Gruppen, die Interesse an einer Besichtigung der Orgel haben, können sich ebenfalls unter Tel. 07531/9423701 melden.

Informationen im Internet:

www.petershausen.net

 

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