KonstanzGeräusch durchdringt den ganzen Körper [2]
Lästiges Übel: Manche Menschen hören dauernd den rätselhaften Brummton. Auch in Konstanz leben Menschen, die stark darunter leiden.
Manchmal kann er einfach nicht einschlafen: Das nervige Geräusch durchdringt seinen ganzen Körper. Karl H. (Name von der Redaktion geändert) hört den Brummton, der Wissenschaftlern seit Jahren Rätsel aufgibt. Der 45 Jahre alte Konstanzer leidet nun seit Jahren, manchmal ist er am Verzweifeln: "Nicht mal Ohropax hilft." Die meisten Menschen nehmen den Brummton nicht wahr. Im Südwesten soll es einige hundert Betroffene geben. "Er hörte sich anfangs an wie ein Lastwagen mit brummendem Motor, der hin- und zurückfährt", beschreibt Karl H. Es war also ein pulsierender und kein Dauerton. Mittlerweile höre er ein konstantes Geräusch. "2001 fing alles an. Damals hatte ich gar keine Ahnung, was es sein könnte." Karl H. dachte an Geräusche von einer Baustelle. Doch mit der Zeit erfuhr er von anderen Betroffenen in Konstanz und Umgebung. Zudem bemerkte er, dass der Brummton nicht jeden Tag gleich stark ist. Besonders störend sei er am Wochenende. Daher vermutet er eine technische, von Menschen verursachte Quelle. Im Jahr 2001 löste der Brummton, der auch aus anderen Ländern bekannt ist, großes Medienecho aus. Damals startete das Land Baden-Württemberg eine Untersuchung, um das Rätsel zu lösen. Doch es kam nicht viel dabei heraus. Immerhin zeigten Messungen, dass der Brummton keine Einbildung ist. Da keine Grenzwerte überschritten wurden, verlief die Sache jedoch im Sand. Die Betroffenen fühlen sich von den Fachleuten nicht ernst genommen. "Man tut das Problem einfach ab, weil es die meisten Menschen nicht trifft", bedauert der Konstanzer, dessen Bruder den Ton noch stärker hört. Von Wissenschaftlern, Ärzten und Politikern enttäuscht ist auch Elmar Maronn aus Bad Waldsee, Vorsitzender der "Interessengemeinschaft zur Aufklärung des Brummtons e.V." (IGZAB). Mit seinem Verein kämpfte er bislang vergeblich, "aber es ist eben nichts bewiesen". Ursache könnte seiner Meinung nach eine Elektro-Sensibilität sein. Das Phänomen habe zwar einige Ähnlichkeiten mit dem Tinnitus, doch es gebe zugleich große Unterschiede, und der Brummton hänge zudem nicht direkt mit dem Gehör zusammen, denn er durchdringe den gesamten Körper. Karl H. hat einen Verdacht, da er ihn an anderen Orten, so in Heidelberg, nicht gehört hat. Er vermutet, das Geräusch könne durch die Überlagerung verschiedener elektromagnetischer Strahlen hervorgerufen werden. "An den Punkten, wo die sich treffen, ist das Brummen am heftigsten. So etwas wird leider nie gemessen, sondern immer nur die einzelnen Strahlen, die dann nichts Gravierendes ergeben." Zurzeit geht es ihm immerhin etwas besser: "Der Ton ist ganz schwach." Doch das beruhigt ihn überhaupt nicht: "Das kann sich schnell wieder ändern." Elmar Maronn haben Nahrungsergänzungsmittel etwas geholfen. Doch bei solchen Maßnahmen müsse der Arzt zu Rate gezogen werden. Ansonsten rät er den Betroffenen, sich nicht ständig mit dem Brummton zu beschäftigen, sonst werde man ihn nicht los. "Außerdem ist es gut, ein Geräusch in der Wohnung zu schaffen, das angenehm ist." Schon ein kleiner Ventilator könne hilfreich sein. Josef Siebler Infos per E-Mail: info@igzab.de Informationen im Internet: Weitere Artikel zu: Konstanz, |


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Unfug ist aber, daß "elektromagnetische Strahlungen" schuld sind, die Menschen mit "Elektrosensibilität" peinigen. Genauso esoterischer Mist ist es, Brummtöne mit Nahrungsergänzungsmitteln unhörbar machen zu können.
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