Mein

Konstanz Gegenwind für Baupläne der Stadt

22.11.2011


Lange war es ruhig, jetzt regt sich Widerstand in der Chérisy gegen den Bau von zwei Studentenwohnheimen im Quartier. Verwaltung und Investor mussten bei einer Diskussion viel Kritik einstecken. Eine einvernehmliche Lösung scheint in weiter Ferne.
Studentisches Wohnen in Konstanz
Kommentar: Mehr Offenheit
Im Quartier Chérisy im Stadtteil Fürstenberg regt sich heftiger Widerstand gegen den Bau von zwei Studentenwohnheimen. Das wurde jüngst auch bei einer Informationsveranstaltung der Projektträger deutlich.

Hier äußerten die Anwohner teilweise harsche Kritik vor allem am Stadtplanungsamt, aber auch an Investor und Architekten. Die Anwohner sind vor allem wegen der befürchteten Mehrbelastung durch zunehmenden Verkehr, der engen Bebauung in dem Areal und der wenigen verbleibenden Grünflächen gegen die Pläne. „Wo sollen unsere Kinder dann noch spielen, wenn die Pläne umgesetzt werden?“, klagte eine Mutter bei der Veranstaltung. Anwohner aus dem Gebiet haben sich bereits in einer Initiative namens „Schöne Chérisy“ zusammengeschlossen.

Tatsächlich ist die Lage verzwickt. Einerseits benötigt die Stadt dringend neue Wohnungen für Studenten (siehe Text rechts). Vor allem im Hinblick auf den Doppelabijahrgang, der nächstes Jahr die Gymnasien in Baden-Württemberg verlässt, ist hier großer Handlungsbedarf.

Andererseits ist das Areal rund um die Chérisy schon einigermaßen verdichtet. Grünflächen muss man hier schon genau suchen. Entstehen sollen hier zwei neue Studentenwohnheime, die private Investoren bauen und betreiben wollen. Bisher werden beide Vorhaben getrennt voneinander betrachtet, auch weil es unterschiedliche Investoren sind. Insgesamt sind 240 neue Betten geplant. Dazu soll jeweils in den Erdgeschossen der Bauten Gewerbe einziehen. Was genau das sein wird, ob Supermarkt oder andere Anbieter, ist nach Angaben der Investoren derzeit noch offen.

Die Entwürfe für das Grundstück am Joseph-Belli-Weg sollen in einem Wettbewerb noch in diesem Jahr erarbeitet werden. Konkreter sind die Überlegungen für das Baugebiet zwischen Kulturladen und Fürstenbergstraße. Investor ist Walter Finthammer, der Entwurf stammt aus dem Konstanzer Architektenbüro Lanz und Schwager. Demnach soll ein würfelförmiges, achtgeschossiges Gebäude entstehen, das architektonisch und konzeptuell durchaus überzeugen kann.

Umstritten ist der Bau aber, weil hier über die Jahre ein Bolzplatz entstanden ist. Auch Bernhard Gedrat, Musiker und Hobby-Sozialarbeiter des Viertels, hat hier sein von der Stadt unterstütztes Fußball-Integrations-Projekt „Die wilden Chérisy-Kerle“ etabliert.

Das müsste für einen Neubau weichen, was bei den meisten Anwohnern des Areals auf Unverständnis stößt. Roland Jerusalem, Chef des Stadtplanungsamts, hat in der Diskussion mit den Bürgern angeboten, hierfür eine Lösung gemeinsam mit dem Sozial- und Jugendamt der Stadt zu finden. Die Fragen der erwartbaren, weiteren Verkehrsbelastung für das Quartier durch die Neubauten soll ein vom Investor bezahltes Gutachten beantworten. Dessen Ergebnis wird wohl maßgeblich die Zukunft der Projekte bestimmen.

 

Wiederlich
Auf einer Seite soll die Stadt für die Anwohner alles bereitstellen, und sobald die „wilde ...
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln