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Konstanz Geballte Kompetenz

20.02.2010
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Betrachten wir einmal den Status Quo: An der Luisenstraße stehen das Klinikum, das Luisenheim als Pflegeeinrichtung, das Haus der Spitalstiftung mit medizinischen und therapeutischen Anbietern, gleich nebenan das Herzzentrum, die Kliniken Schmieder liegen nahe. Nun kommen noch weitere Einrichtungen am Standort hinzu. Ist sich Konstanz bewusst, welche geballte Gesundheitskompetenz es hat?

Anders als in anderen Städten liegt das Klinikum in Konstanz inmitten der Stadt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln komfortabel zu erreichen. Mehr noch: Hier steht ein Gesundheitszentrum, das mit Baubeginn des Ärztehauses im Juli und dem Umzug des Vincentius weiter wächst. Im größeren Umkreis arbeiten noch Spezialisten im Reichenauer Zentrum für Psychiatrie, in Kreuzlinger Kliniken, im Bodensee Bildungszentrum, in Praxen niedergelassener Ärzte: Patient, was willst Du mehr? Von solch einer Rundumversorgung direkt vor der Haustür träumen andere Städte. Wir Konstanzer, Allensbacher und Reichenauer haben ein Juwel, das all zu oft unterschätzt wird.

Um dieses zu erhalten, ja auszubauen, muss man etwas tun. In erster Linie geht es ums Geld. Natürlich kosten die Neubauten auf dem Gelände der Spitalstiftung zig Millionen Euro und die Sorge der Finanzierung kann Bauchschmerzen bereiten. Irgendwie wird es hoffentlich einen Weg geben. Doch darf das Klinikum und all die qualitätsvolle Leistung des Personals nicht zum Spielball interessensgesteuerter Politik werden. Es muss umgedreht sein, wie das zum Beispiel in Stockach der Fall ist: Dort stehen Politik, Wirtschaft und Bürger hinter ihrem Krankenhaus.

Schwer nachvollziehbar ist, dass Patienten aus Konstanz ins Klinikum nach Singen verwiesen werden. „Mein Arzt hat kein Vertrauen in das Konstanzer Klinikum“, sagte jüngst eine Frau, die für einige Tage stationär in der Hohentwielstadt behandelt wurde. Da läuft etwas schief. Diese Frau hätte mit ihrem Leiden auch in Konstanz behandelt werden können, wo die betreffende Station einen guten Ruf hat. Bei diesem Punkt dürfte es für die niedergelassenen Ärzte keine Frage sein, wohin sie ihre Patienten schicken. Da müssen die Verantwortlichen gegensteuern. All jene Abteilungen, die beim Bürger schlechtes Ansehen genießen, müssen durch Qualität überzeugen. Denn eines ist klar: Die beste Werbung sind zufriedene Kunden, die ihren Bekannten und auch ihren Ärzten des Vertrauens von der guten Behandlung im Klinikum – und Vincentius – berichten.

Gefragt ist auch der neue Freundeskreis des Klinikums, als Multiplikator für das Haus zu werben. Er darf sich nicht lange Zeit lassen. Je mehr Konstanzer und jene Bürger darüber hinaus die Fahne für das Krankenhaus und generell diese geballte Gesundheitsversorgung an der Luisenstraße hochhalten, desto rosiger sieht die Zukunft aus. Private Träger scharren schon mit den Hufen. Ob mit ihnen die Konzentration medizinischer Qualität an der Luisenstraße Bestand hätte? Sie denken wirtschaftlich. Wenig rentable Angebote würden zum Nachteil des Patienten sofort gestrichen. Am schlimmsten wäre aber: kämen sie zum Zug, wäre es nicht mehr „unser“ Krankenhaus, unser Vincentius. Dessen muss sich jeder bewusst sein.

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