Bei einem Einsatz im Hohentwiel- oder im Heilsbergtunnel auf der A 81 bei Singen könnten sich Retter und Feuerwehrleute kaum verständigen. In beiden Tunneln haben ihre Funkgeräte keinen Empfang. Dies ist eine Erkenntnis aus der Katastrophenübung im vergangenen November, als Helfer im Landkreis Konstanz den Einsatz nach einem schweren Erdbeben geübt hatten.
Konstanz - Nun will Landrat Frank Hämmerle darauf drängen, beide Tunnel so nachzurüsten, dass in ihnen gefunkt werden kann. Das hierfür zuständige Regierungspräsidium in Freiburg dämpfte die Hoffnung auf eine schnelle Lösung.
Unter anderem hatte die Feuerwehr im November geübt, im Hohentwieltunnel einen brennenden Reisebus und weitere Autos zu löschen und Menschen zu retten. Am Ende waren die Feuerwehrleute auf private Mobiltelefone angewiesen, weil es keinen Funk-Empfang im Hohentwieltunnel gab. Im Ernstfall wäre es kaum möglich gewesen, dass etwa die Einsatzleitung mit einem Atemschutztrupp im Tunnel Kontakt hält. Die Röhren des Hohentwieltunnels sind 837 und 880 Meter lang und seit 1988 in Betrieb.
Landrat Hämmerle werde auf die Nachrüstung der Autobahn-Tunnel mit entsprechenden "Funkschienen" drängen, sagte sein Sprecher auf Nachfrage. Dies sei eine konkrete Folge der Erdbebenübung. "Kommunikation ist die Achillesferse solch eines Einsatzes." Das Regierungspräsidium Freiburg, als Nachfolger der Landesstelle für Straßentechnik für die Tunnel zuständig, rechnet allerdings mit einem längeren Verfahren. Wie es hieß, sei der Hohentwieltunnel zuletzt im Januar 2003 auf seine Sicherheit geprüft worden. Im Laufe des Jahres sei dann eine neue Vorschrift erlassen worden: Demnach müssen Tunnel mit über 400 Meter Länge eine Funkschiene haben, die im Notfall Funkempfang garantiert. Ein entsprechendes Sanierungsgesuch müsse an das Bundesverkehrsministerium gerichtet werden. Für den Hohentwieltunnel sei solch ein Antrag beim Bund gestellt, sagte der Sprecher des Regierungspräsidiums. Es handele sich allerdings um eine sehr aufwändige Maßnahme, die sich wohl mindestens ein Jahr ziehe. Die Genehmigung des Bundes liege noch nicht vor. Beim Heilsbergtunnel sei eine Nachrüstung höchstens bei so genannter "Gefahr im Verzug" möglich, weil hier bislang kein Sanierungsgesuch gestellt worden sei, hieß es beim Regierungspräsidium.
Das Landratsamt erklärte, weitere Erkenntnisse aus der Großübung beträfen Kommunikation und Abstimmung zwischen den verschiedenen Organisationen. Auch seien Fortbildungen für Angehörige der Führungsstäbe geplant. Ingesamt sei die Übung erfolgreich verlaufen.