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Konstanz

Fünftes Gymnasium erhitzt die Gemüter

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Die Frage, ob ein fünftes Gymnasium in Konstanz entstehen soll, entzweit Eltern und Schulleiter immer stärker. Während die Eltern fordern, dass die Rektoren der bestehenden Gymnasien sich kreativ mit dem Thema auseinandersetzen sollen, beharren diese auf ihrem Standpunkt. Sie wollen ihre eigenen Schulen ausbauen.

Konstanz – Ob es tatsächlich ein fünftes Gymnasium in Konstanz geben wird, ob es an der Pestalozzistraße entsteht, ob es zwei- oder dreizügig wird – das alles sind Fragen, die die Konstanzer Eltern schnell geklärt sehen möchten. Die vier bestehenden Gymnasien sind voll, eine Erweiterung ist dringend nötig. Zwar hat sich der Schulausschuss für ein fünftes Gymnasium an der Pestalozzistraße ausgesprochen, aber beschlossen ist nichts.

In einem Brief an Oberbürgermeister Horst Frank haben die vier Gymnasialrektoren Reinhard Stifel (Geschwister-Scholl-Schule), Jürgen Kaz (Humboldt), Peter Beckmann (Ellenrieder) und Ida Fend-Richter (Suso) nochmals erklärt, warum sie gegen ein fünftes Gymnasium sind. Die Vier schlagen vor, das Ellenrieder und die Scholl-Schule (GSS) um je einen Zug zu erweitern. Weil dann immer noch Platz fehlt, sollen Humboldt, Ellenrieder und GSS je zwei weitere Klassenräume erhalten. „Unser Vorschlag – Ausbau vor Neubau – ist schneller genehmigungsfähig und kostengünstiger als andere Lösungen und wird der Schulsituation in Konstanz nachhaltig gerecht“, schreiben sie.

 

Das sehen die Eltern ganz anders. Der Gesamtelternbeirat verweist in einem Antwortbrief auf den Willen des Schulausschusses, ein fünftes Gymnasium zu bauen. „Wir fordern nun die Schulleiter auf, dieses Ergebnis demokratischer Meinungsbildung zu akzeptieren und Visionen für die Konstanzer Schullandschaft der kommenden Jahrzehnte zu entwickeln“, schreiben die Elternvertreter Tobias Bücklein und Nicola Voigt. „Wir erwarten von den Schulleitern kreative und positive Überlegungen, wie ein fünftes Gymnasium mit zwei Zügen bestehen kann.“ Auf SÜDKURIER-Nachfrage sagt Reinhard Stifel dazu: „Wir mauern nicht, sondern wir äußern unsere Meinung.“ Ida Fend-Richter ergänzt: „Die kreativen Ideen müssen von Leuten kommen, die voll hinter einer Neugründung stehen. Wir identifizieren uns stark mit der eigenen Schule. Es ist schwierig, wenn jemandem der Aufbau einer neuen Schule per Dienstvorschrift auferlegt wird. Bei einer Neugründung muss ein Fackelträger da sein, der den Karren mit einer Vision zieht.“ In einer Sitzung Ende November wird der Schulstandort Pestalozzi erneut diskutiert.

Des Weiteren hat der Schulausschuss – wie berichtet – für den Ausbau des Ellenrieder-Gymnasiums auf vier Züge gestimmt. Wenn der Gemeinderat zustimmt, wird die Schule erweitert und nutzt wie bisher zwei Räume in der benachbarten Wallgutschule. Die billigere Variante mit kleinerem Anbau und Nutzung von sechs Wallgut-Räumen wurde nicht weiter verfolgt. Denn dann hätten einige Wallgut-Grundschüler in die Stephansschule ausgelagert werden müssen. Im Ausschuss sagte Christiane Kreitmeier (FGL): „Das Ellenrieder mit seiner internationalen Ausrichtung hat sich gut entwickelt. Wir brauchen genug Räume, um alle Interessenten unterzubringen.“ Gabriele Weiner (FWG) erwiderte: „Was Herr Beckmann am Ellenrieder geschaffen hat, ist fantastisch und wir gönnen ihm den Ausbau, aber nicht auf Kosten einer neuen Schule. Wir wollen ja gerade nicht, dass die bestehenden Schulen größer werden.“ Bürgermeister Claus Boldt stellte klar, dass die Erweiterung nicht gegen ein neues zweizügiges Gymnasium spricht – allerdings gegen ein dreizügiges. Nicola Voigt widersprach der Meinung der Rektoren, dass eine kleine Schule kaum funktionieren könne: „Wir haben ein deutliches Signal der Eltern, dass sie auch ein zweizügiges Gymnasium attraktiv finden.“ Deshalb befürworten auch die Eltern den Ausbau des Ellenrieder-Gymnasiums.

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Autor: kirsten schlüter
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