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Konstanz Fuchs in der Wohnung: Wut auf Behörden

Hubert Simons kann es immer noch kaum fassen: Ein Fuchs ist in das Haus der Familie in der Waldsiedlung geschlichen. „Meine Frau kommt morgens ins Esszimmer, und da spaziert er rum.

Hubert und Elfriede Simons sowie Enkel Leon zeigen auf das Fell im Esszimmer, auf dem ein Fuchs saß. Die Familie ist besorgt wegen möglicher Ansteckungsgefahr.
Hubert und Elfriede Simons sowie Enkel Leon zeigen auf das Fell im Esszimmer, auf dem ein Fuchs saß. Die Familie ist besorgt wegen möglicher Ansteckungsgefahr. | Bild: Hanser

Hubert Simons kann es immer noch kaum fassen: Ein Fuchs ist in das Haus der Familie in der Waldsiedlung geschlichen. „Meine Frau kommt morgens ins Esszimmer, und da spaziert er rum. Sie stand vor ihm und wusste nicht, was sie machen sollte“, erzählt er entsetzt. Das Tier hatte wohl schon im Zimmer geschnuppert und einige Dinge in Unordnung gebracht. Aber es war nichts kaputt. Wenig später machte er sich auf und davon. Nun fühlt sich die Familie von den Behörden im Stich gelassen.

Stadtfüchse treten zunehmend in Konstanz auf. Bürger haben ihre Sorgen schon mehrfach geäußert. Hubert Simons berichtet nun von einem besonders anhänglichen Tier. Der Fuchs schleiche oft ums Haus und übernachte teilweise auf dem Balkon. „Der ist fast schon so zahm wie ein Hund.“ Offenbar werde er von einzelnen Leuten auch gefüttert.

Bislang gingen das Ehepaar und die Familie der Tochter gelassen mit dem roten Gast um. Nun ist es ihnen doch nicht mehr ganz geheuer. Sie fürchten sich wegen möglicher Krankheiten, die Meister Reineke übertragen könnte. Die Menschen schwanken zwischen solchen Ängsten und Bewunderung für das schlaue und ausgesprochen schöne Tier. So schauten jüngst Anwohner im Industriegebiet erfreut einer Fuchsfamilie zu, die auf einer Wiese tollte.

Das Verständnis ist bei Hubert Simons dagegen begrenzt. Der Besuch von Meister Reineke hat ihm keine Ruhe gelassen. Er habe deswegen sämtliche Behörden verständigt: Polizei, Gemeinde Reichenau, Stadt Konstanz, Gesundheitsamt und und und. „Es gibt keinen, den ich nicht angerufen habe, und jeder hat nur gelacht. Aber meiner Frau war es überhaupt nicht zum Lachen.“

Es wird immer wieder Angst geäußert wegen einer möglichen Ansteckung mit Krankheiten. Die Tollwut ist zwar schon längere Zeit nicht mehr aufgetreten, doch der Fuchsbandwurm macht Sorgen. Die Behörden raten daher zu einem sorgsamen Umgang mit den Füchsen im Garten. Beeren und Gemüse sollte man gründlich waschen, Gegenstände oder Spielsachen über Nacht versorgen und Müllsäcke erst morgens vor das Haus stellen. Füchse sollten auf keinen Fall im Garten gefüttert werden.

Der Abschuss von Wildtieren ist in Ortschaften generell nicht erlaubt. Und das Umsiedeln von Füchsen bringe nichts, weil sie wieder zuwandern, sagen Fachleute. Martin Wichmann vom Amt für Stadtplanung und Umwelt der Stadt Konstanz hat einen Tipp: „Es ist am besten, den Fuchs zu vertreiben und ihm vor allem keinen Unterschlupf im Garten zu gewähren.“ Er und seine Fachleute bitten aber auch immer wieder um einen toleranten Umgang mit Wildtieren.

Die Stadt hat ein Fuchs-Faltblatt herausgebracht, das beim Bürgeramt, den Ortsverwaltungen oder über die Internetseite der Stadt bezogen werden kann. Darin gibt es wichtige Tipps und Informationen.


Hintergrund: Familie Fuchs aus dem Oberlohn

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