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16.02.2012  |  von  |  3 Kommentare

Konstanz Forscher prüfen: Lohnt sich B-33-Ausbau?

Konstanz -  Wissenschaftler sollen das Land beraten, bei welchen Straßen sich der Ausbau am meisten lohnt. Die B 33 im Kreis Konstanz könnte ins Hintertreffen geraten

Dauerbaustelle B 33: Ob und wann die Straße durchgehend vierspurig ausgebaut wird, ist unsicherer denn je.  Bild: Oliver Hanser

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Redakteur Konstanz / Regionalleiter

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– Neue Wendung beim Thema Bundesstraße 33 im Kreis Konstanz: Ob und wann der Abschnitt zwischen Markelfingen und Konstanz vierspurig ausgebaut wird, werden nicht Politiker, sondern Wissenschaftler entscheiden. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann erklärte, das Land werde bis Sommer eine Vorrangliste vorlegen, mit der die knappen Bundesmittel verteilt werden. Da Berlin viel weniger Geld bereitstellt als für die im Investitionsrahmenplan (IRP) vorgesehenen Vorhaben nötig, prüfe Stuttgart, wo im Land ein Straßen-Ausbau den größten Nutzen trägt. Alle Vorhaben im IRP würden an einheitlichen Kriterien gemessen und diejenigen mit der besten Bewertung zuerst umgesetzt.

Julia Pieper, Sprecherin im Landes-Verkehrsministerium, bestätigte die Planungen. An den genauen Kriterien werde noch gearbeitet, sagte sie auf Anfrage. Fachleute gehen davon aus, dass zum Beispiel die Verkehrsentlastung, die Reduzierung von Lärm, Abgasen und Feinstaub sowie die Kosten in das Rechenmodell einfließen. Am Ende könne die Politik auf wissenschaftliche Ergebnisse gestützt dort bauen, wo es am meisten bringe.

Die B 33, das größte Nadelöhr im Straßennetz des Landkreises, muss sich durch das neue Verfahren mit allen anderen Straßenbauvorhaben in Baden-Württemberg und damit auch in den Ballungsräumen messen lassen. Lehmann sagte, man könne derzeit nicht abschätzen, wie gut die Chancen für die noch fehlenden knapp 120 Millionen Euro sind. Wegen der drei Lärmschutztunnels, parallel zu bauenden Verbindungsstraßen sowie der kreuzungsfreien Anschlüsse gelten die neun Kilometer zwischen Kindlebildkreuzung und Schnellstraßen-Ende als überdurchschnittlich teuer.

Für die Rathauschefs von Allensbach, Reichenau und Konstanz, die erst am Dienstag scharfe Kritik am Bundesverkehrsministerium geübt hatten, könnte die geforderte Entlastung von Autofahrern und Anwohnern in weite Ferne rücken. Als kleines Hoffnungszeichen gilt aber die am Mittwoch beschlossene Ausweitung der Mautpflicht auf die vierspurigen Bundesstraßen, darunter die B 33 im Kreis Konstanz. Ist sie irgendwann bis zur Schweizer Grenze vierspurig, könnte der Bund die Baukosten mit höheren Einnahmen verrechnen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat angekündigt, dass das zusätzliche Maut-Geld in den Straßenbau fließt – aber nicht projektbezogen, sondern in einen allgemeinen Topf.

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3 Kommentare
Grünes Schilda?
Erst verballert man riesige Summen für zweifelhafte Ausgleichsmaßnahmen im Naturschutz (Grünbrücke, Zuschüsse neues Nabu-Zentrum usw.) und dann stellt man die eigentliche Baumaßnahme wegen Geldmangel in Frage???

Auch ´ne Methode den Steuerzahler um sein Geld zu prellen!

Hoffentlich berücksichtigen die Wissenschaftler, dass auch ihre Uni am Ende dieser Straße liegt und die Menschen aus den Ballungsgebieten auf dieser Straße hierher in Urlaub fahren …

Werden die Gelder für die Ausgleichsmaßnahmen eigentlich auch eingefroren oder darf der Nabu weiter mit dem Geldregen aus Stuttgart rechnen?
B 33 Ausbau
Diese Prüfung kommt zu spät. Jetzt gibt es keine Umkehr. Das Projekt muß vollendet werden. Mehrere Millionen wären sonst in den Sand gesetzt.
Lohnt sich B 33 Ausbau
Da werden wieder Wissenschaftler hinzu gezogen wo keine Ahnung von der Verkerhssituation in und um Konstanz haben. Sollen die bitte schön mal täglich dieses Prozedere mitmachen und Morgens wie Abends im Stau stehen.
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