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Konstanz Firma Lifecodexx: Abtreibungsgegner demonstrieren in Konstanz gegen Trisomie-Untersuchung

Mit einer Kundgebung haben 50 Mitglieder und Sympathisanten des Vereins Christdemokraten für das Leben gegen den Praenatest des Konstanzer Biotechnologie-Unternehmens Lifecodexx demonstriert. Eine Unternehmensvertreterin wollten sie aber nicht zu Wort kommen lassen.

Mit einer Kundgebung im Gewerbegebiet Stromeyersdorf haben gestern 50 Abtreibungsgegner gegen die Blutuntersuchung Praenatest des Biotechnologie-Unternehmens Lifecodexx demonstriert, der mittlerweile in 70 Ländern angeboten wird. Vor dem Gebäude der Konstanzer Firma am Jakob-Stadler-Platz bekräftigten sie ihren Widerstand gegen den seit einem Jahr erhältlichen Test, der aus der Blutprobe einer Schwangeren bestimmte Gendefekte bei dem Ungeborenen feststellen kann: Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 13 und 18. „Die allermeisten Ungeborenen mit positivem Befund werden diesen Test nicht überleben“, begründete Josef Dichgans seinen Kampf gegen den Test. Der Überlinger Rechtsanwalt hatte als Landesvorsitzender der Christdemokraten für das Leben e.V. (CDL) die Mahnwache organisiert. „Das Recht muss den Schwachen schützen, also das ungeborene Leben“, sagte er auf dem Wendehammer vor dem Firmensitz.

Karin Göbel aus Kressbronn, selbst Mutter eines elfjährigen Sohnes mit Down-Syndrom, erntete Applaus für ihren Wortbeitrag, in der sie Eltern die Angst vor Trisomie 21 nehmen wollte. „Diese Kinder haben so eine unbändige Lebensfreude und sind eine große Bereicherung“, sagte sie im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin betonte: „Wir brauchen eine Kultur des Lebens und nicht des Todes.“

Bei der sehr sachlichen Kundgebung suchten die Veranstalter nicht den Dialog. Mehrere Gesprächsangebote der Firmensprecherin Elke Decker lehnte Dichgans ab. Dabei konnte Decker am Rande der Kundgebung interessante Fakten präsentieren. Von den bislang 4000 durchgeführten Praenatests, die ausschließlich für ärztlich attestierte Risikoschwangerschaften ab der neunten Woche und nach umfassender Beratung erlaubt sind, hätten nur 1,5 Prozent eine Trisomie festgestellt. Das entspricht60 Fällen. „Bei der großen Mehrheit nimmt der Test den Frauen für den Rest der Schwangerschaft die Belastung der Ungewissheit“, sagte Decker.

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