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Konstanz Finder eines gesunkenen Schiffs

Vor über 143 Jahren versank das Bodensee-Dampfschiff "Jura" vor dem schweizerischen Bottighofen. Der Taucher Hans Gerber entdeckte das Wrack am Grund des Sees. Auch im Archiv des SÜDKURIER ging er auf Spurensuche. Dort drehte auch das Schweizer Fernsehen für eine Dokumentation über das Schiff.

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Spurensuche im Archiv des SÜDKURIER: Der Taucher Hans Gerber entdeckte hier 1976 einen Bericht vom Untergang der "Jura". Für Aufnahmen des Schweizer Fernsehens besuchte Gerber jetzt erneut das SK-Archiv und las noch einmal die Nachricht vom Untergang des Schiffs nach. Bilder: Kuppel/Gerber/Sammlung Bickel

Konstanz - Die Tiefen des Bodensees bergen so manches Geheimnis. Beinahe wäre die Tragödie um den Dampfer "Jura" in Vergessenheit geraten. Doch durch Zufall erfuhr der Kreuzlinger Taucher Hans Gerber vom Schicksal des 46,30 Meter langen und 10,25 Meter breiten Schiffs und machte auf dem Grund des Sees eine sensationelle Entdeckung. Über diesen Fund von 1976 drehte das Schweizer Fernsehen (SF) nun unter anderem im Archiv des SÜDKURIER für eine Dokumentation (siehe Infokasten). Als der heute 70 Jahre alte Hans Gerber 1976 mit seinen Kollegen in Bottighofen und Münsterlingen tauchte, fragten ihn alte Einheimische am Ufer, ob er denn zum Schiff hinunter tauchen wolle. Noch aus der Generation der Väter und Großväter sei bekannt, dass irgendwo dort im See ein Schiff gesunken sei. Ein alter Fischer fuhr mit dem Taucher auf den See hinaus und zeigte ihm eine Stelle, wo sich früher immer wieder seine Netze verfangen hatten. Dies konnte der Ort des versunkenen Schiffes sein.

Die Suche nach dem geheimnisvollen Wrack gestaltete sich äußerst schwierig, da die genaue Stelle im See unbekannt war. Der Tauchclub Kreuzlingen startete unzählige Tauchgänge. Und plötzlich stand die "Jura" da: In 38 Metern Tiefe traf Gerber auf den gut erhaltenen Schaufelraddampfer. Das Erlebnis war "ein absoluter Wahnsinn", verdeutlicht der erfahrene Taucher. Auch der Namenszug des alten Schiffes war noch zu erkennen.

Informationen über den Untergang des Dampfers hoffte Gerber damals im SÜDKURIER-Archiv zu finden. Ein Mitarbeiter des Archivs durchforstete die Ausgaben der Konstanzer Zeitung aus dem 19. Jahrhundert und wurde nach wochenlanger Suche in der Ausgabe vom 13. Februar 1864 fündig.

Die Konstanzer Zeitung berichtet damals, dass das Dampfschiff "Jura", das der Königlich Bayrischen Staatseisenbahn gehörte und Platz für 400 Personen hatte, den Lindauer Hafen verlassen hatte. In Konstanz wurde die Ankunft des Schiffes um 10.40 Uhr erwartet; dies jedoch vergeblich: Zwischen Münsterlingen und Landschlacht stieß die "Jura" bei dichtem Nebel mit dem Romanshorner Dampfboot "Stadt Zürich" zusammen, worauf nach Angaben der Zeitung die "Jura" "mitten entzwei gespalten wurde und binnen weniger Minuten kopfüber schlug und versank".

Bei diesem Unglück am 12. Februar 1864 kam ein Matrose ums Leben und ein Schiffsjunge wurde verletzt. Der Rest der Mannschaft und die Passagiere konnten sich auf die "Stadt Zürich" retten. Das Dampfschiff beförderte nicht nur Menschen, sondern auch Waren: Baumwolle, Käsefässer, Eisen, Holz und Vieh zog das Schiff mit in die Tiefe. Davon zu finden ist heute aber nichts mehr. Hans Gerber musste feststellen, dass Schiffsglocke und Steuerrad fehlten. Der Kreuzlinger war also nicht der erste Taucher, der zu dem Schiff hinabgestiegen war. Bereits in den 60er Jahren waren Taucher auf der Suche nach einem im Zweiten Weltkrieg abgestürzten Flugzeug auf das Wrack gestoßen.

Gerber, der als erster den Fund öffentlich bekannt machte, fährt heute noch mit Tauchern aus ganz Europa hinaus, um das "Wrack" der alten "Jura" zu erkunden.

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In der Mitte raucht's: Bild mit Raddampfer "Jura" aus der Zeit, als das Schiff noch auf dem Neuenburgersee fuhr. Ab 1862 war der Bodensee sein Revier.
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Das ist die Kurbelwelle: Blick durch den Filter des Bodenseewassers auf ein Teil das Wracks der "Jura", die in 38 Meter Tiefe vor Bottighofen ruht.

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