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Konstanz Fasnet in der Arche Noah

Einen tierischen Karneval boten die Südwestdeutschen Philharmoniker beim Familienkonzert

Die Philharmonie startete mit einem Familienkonzert in die neue Saison: mit Camille Saint-Saëns' berühmtem Werk „Karneval der Tiere“ im Konstanzer Konzil.
Die Philharmonie startete mit einem Familienkonzert in die neue Saison: mit Camille Saint-Saëns' berühmtem Werk „Karneval der Tiere“ im Konstanzer Konzil. | Bild: Bild: Hanser

Der mit fantastischen Klangkostümen ausstaffierte „Karneval der Tiere“ von Saint-Saëns fand im Unteren Konzilsaal statt, weil der Obere noch nicht fertig war. Da konnte man sich vergnüglich an die biblische Arche Noah erinnert fühlen: Einmal weil es so voll war wie im schiffbaren Rettungsbiotop vor der Sündflut, sodann weil Intendant Florian Riem den französischen Kammerkarneval zu einem umfassenden tierischen Fest erweiterte, aus den Klangbildern eine ganze Festgeschichte am königlichen Löwenhofe machte – und Dirigent Wolfgang Mettler samt den auf den Tasten flink und glänzend brillierenden Pianistinnen Henriette Gärtner und Babette Hierholzer eine Orchester- und Konzertmusik dazu erschallen ließ, die mit Farbe, Pfiff und Schwung nicht geizte. Als am Ende alle Kriech-, Schwimm- und Fluggeschöpfe sich wie mit einem mitreißenden, tanzrhythmisch wirbelnden Opernschluss verabschieden wollten, wollten das die Kinder wie die Großen keineswegs: Es wurde geklatscht, bis das Finale, in dem der ganze Zoo sich noch einmal versammelt, zum zweiten Male (und noch flotter) durch den Saal rauschte.

Der französische Konzert-Karnevalist hat 14 tierische Paraden vor König Löwe aufmarschieren lassen. Der philharmonische Zeremonienmeister Florian Riem fand das wohl etwas engherzig. Er lud zur Fasnet in der Musik-Arche nicht nur die großen Tiere wie den Kontrabass-Elefanten, den durch die Flügelsaiten galoppierenden Wildesel, die sprunghaften Kängurus und die knochenklappernden Urzeit-Dinos ein, sondern auch die mit menschlicher Lebensgröße ausgezeichneten „Eichhörnchen“. So nannte er die flink und gekonnt über die Tasten kletternden Solistinnen, die alle virtuosen Nüsse mit sicht- und hörbarer Spielfreude knackten. Er bat auch allerlei keineswegs zu den oberen Zehntausend gehörige Überraschungsgäste aus dem weiten Tierreich auf: Mehlwürmer, Maulwürfe, Marabus, Leguane, Erdferkel, Uhus, Waldameisen. Aber klingend blieb es bei der komponierten Schar der von Saint-Saëns Auserwählten. Die erwies sich als lustig wie die Xylophon-Urviecher, bunt wie die Flöten-Kolibris, harmonisch plätschernd wie die pianistischen Aquariumsgeschöpfe mit Schleierschwanz-Eleganz, gefühlvoll wie der melodische Cello-Schwan. Da hatte man eine wirkliche Klang-Arche voller musikalischer Überlebenslust: Kunst feierte die Natur, die Natur ergötzte sich fasnächtlich am sonnigen Nachmittag an ihrer Verwandlung in bildstarke Klangmalerei und Ballettfiguren. Die Kinder hatten vergnügliche Kurzweil und die Großen ihren Spaß der zoologischen Fantasie. (se)

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