Konstanz – Den Konstanzer Gemüsegärtnern bietet sich auf ihren Feldern im Tägermoos ein dramatisches Bild: Zehntausende Salatköpfe hat der Hagel in winzige Stücke zerhackt und diese tief in die Erde gepresst. Vom Blumenkohl sind nur die Strünke geblieben und zerdrückte Kohlrabiknollen liegen in einem Meer aus zerfetzten Blättern. Selbst Netze, die angesichts des aufziehenden Unwetters über Radieschen gespannt wurden, boten keinen Schutz. „Wir haben 100 Prozent Ausfall“, beklagt Axel Schächtle. Er spricht für sich und sechs seiner Kollegen. „So etwas gab es im Tägermoos seit Menschengedenken nicht“, sagt Peter Schächtle. Der Hagel hat nicht nur erntereifen Blumenkohl und Kohlrabi zerstört, sondern auch Kulturen, die noch bis Herbst wachsen sollten, etwa Kartoffeln und Sellerie. Die Gemüsegärtner sagen, es sei unmöglich, diese zu ersetzen. „Zum Aussäen ist es zu spät und Jungpflanzen sind nicht mehr zu bekommen.“ Bis auf den Feldern wieder etwas geerntet werden kann, dürften Wochen vergehen. Wegen des Starkregens, der nach dem Hagel einsetzte, sind die Felder so matschig, dass die Gärtner sie mit ihren Maschinen nicht befahren können.
Doch nicht nur der aktuelle Verlust schmerzt. Die Gemüsegärtner haben Angst vor langfristigen Ausfällen. „Der Kunde, den wir nächste Woche nicht beliefern können, sucht sich einen neuen Lieferanten“, sagt Axel Schächtle.
