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Konstanz Erinnerungen an die Nachkriegszeit

Johanna Walser, Peter Salomon und Monika Taubitz aus der Meersburger Autorenrunde lesen im Kulturzentrum neue Texte

Die Autoren der Meersburger Autorenrunde Johanna Walser (links), Peter Salomon (Zweiter von rechts) und Monika Taubitz (rechts) lasen im Bildungsturm neue Texte. SÜDKURIER-Kulturredakteur Siegmund Kopitzki (Zweiter von links) moderierte den Abend.
Die Autoren der Meersburger Autorenrunde Johanna Walser (links), Peter Salomon (Zweiter von rechts) und Monika Taubitz (rechts) lasen im Bildungsturm neue Texte. SÜDKURIER-Kulturredakteur Siegmund Kopitzki (Zweiter von links) moderierte den Abend. | Bild: Russ

Erinnerungen schwirrten am 12. April durch den Bildungsturm des Kulturzentrums am Münster. Die drei Autoren der Meersburger Autorenrunde Johanna Walser, Peter Salomon und Monika Taubitz lasen neue Texte, die sich mit biographischen und autobiographischen Themen vor allem aus der Nachkriegszeit beschäftigten. Veranstaltet wurde der Abend vom Internationalen Bodensee Club.

Johanna Walser, eine Tochter Martin Walsers, las den Anfang eines noch nicht gedruckten Textes, der auf den mündlichen Erzählungen einer Frau basiert. Die Protagonistin Valerie erinnert sich an harte Kriegswinter im deutschsprachigen Teil Tschechiens und an die Bedingungen der Vertreibung 1946. Aber auch Kindheitserlebnisse wie das Pflücken von Herzkirschen mischen sich darunter. In Walsers klarer und unsentimentaler Sprache wirken die Gräuel des Krieges umso abstruser im Gegensatz zu der ländlichen Idylle.

Peter Salomon verpackt in seinem neuen Gedichtband „Die Jahre liegen auf der Lauer“ skurrile Anekdoten aus dem eigenen Leben in humorvolle Gedichte. Von fiktiven Begegnungen mit dem Boxer Bubi Schulz im Sommerurlaub in Travemünde 1953 ist die Rede, ebenso wie von den grünen Bäume seiner jetzt roten Geburtsstadt Berlin. Durch die spielerische Verwendung alter Versformen möchte Salomon „das Aroma einer Zeit mit ihren Verrücktheiten aufnehmen“ und gleichzeitig die Tradition fortschreiben, wie er in der Diskussion mit SÜDKURIER-Kulturredakteur Siegmund Kopitzki erklärte.

Monika Taubitz, die als Kind die Vertreibung aus Schlesien 1945 erlebte, las ein Kapitel aus ihrem Buch „Winteralbum“. Hier beschreibt sie die Rückreise mit dem Zug von einem Besuch in Breslau viele Jahre nach Kriegsende. Als wäre es eine Fahrt durch vergangene Zeiten strudeln die Bilder der Kindheit bei Strehlen und in Breslau auf die Protagonistin ein.

Taubitz Lyrik findet heute in Polen eine große Leserschaft. „Ich habe das Gefühl, dass meine Lyrik dort so verstanden wird, wie sie gemeint ist“, sagt sie. Gerne hätte man auch einige Texte aus der neuen Anthologie „Aber es gab noch einen anderen Fisch“ gehört, deren Vorstellung das Programm versprochen hatte.

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