Konstanz (ake) Mit einem Patrozinium-Gottesdienst feierte die Seelsorgeeinheit der Pfarrgemeinde St. Suso den Todestag Heinrich Susos. Höhepunkt der Heiligen Messe war eine Festpredigt von Professor Peter Walter aus Freiburg. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor Bruder Klaus mitgestaltet.
Vor 634 Jahren, am 25. Januar 1366, starb der Namenspatron der Pfarrei St. Suso, auch der Selige Heinrich Seuser genannt. Ihm widmete Professor Walter, der zu diesem Anlass aus Freiburg angereist war, seine Festpredigt. Der Doktorvater von St.-Suso-Pfarrer Andreas Rudiger schilderte dabei vor allem die außergewöhnliche Lebensgeschichte des Konstanzer Geistlichen, der im Inselkloster lebte und schließlich als einer der besten Männer des Dominikanerordens nach Köln geschickt wurde.
In Köln - im Mittelalter das wirtschaftliche und auch geistliche Zentrum Deutschlands - wurde Heinrich Suso stark von dem "Revoluzzer" und wegen Häresieverdachts angeprangerten Meister Eckhart beeinflusst. Jener verfasste als Erster seine Werke in deutscher statt in lateinischer Sprache und ging so einen großen Schritt auf das Volk zu.
Suso, so Walter, trat in die Fußstapfen Eckharts und schrieb seine erste Autobiographie auf Deutsch. Revolutionär sei für die damalige Zeit auch Susos Engagement als Seelsorger für Frauenklöster gewesen. Es sei durchaus nicht üblich gewesen, Nonnen geistliche Persönlichkeiten von Rang als Beistand zur Verfügung zu stellen. "Wichtig war für Suso, nicht von oben herab zu dozieren, sondern ein dialogisches geistig-fühlendes Auseinandersetzen mit Christus zu fördern", betonte Walter. Oft wird Suso als der Leidende, sich selbst Kasteiende dargestellt und dient so vielen als Vorbild im klaglosen Ertragen des bürdevollen Lebens.
Heinrich Suso von diesem einseitigen Image zu befreien, war Walter in seiner Festpredigt sehr am Herzen gelegen: "Suso ruft den Menschen zwar zum Aushalten auf. Doch machte er auch klar, dass wir dennoch zu Großem berufen sind. Unsere Aufgabe ist es, unser Leben füreinander einzusetzen."