Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verstand es, die Spannung gegen 14.15 Uhr auf den Höhepunkt zu treiben. Als die drei Finalisten um den Titel "Stadt der Wissenschaft 2009" längst nur noch auf die Entscheidung warteten, schob der Stifterverband noch eine Gesprächsrunde mit dem Jenaer Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) vor die Siegerehrung.
Schon wieder Norddeutschland
Schließlich ist Jena in diesem Jahr Stadt der Wissenschaft. Irgendwann hatte jedoch auch der Jury-Vorsitzende Joachim Treusch ein Einsehen und verkündete das Ergebnis: Das niedersächsische Oldenburg wurde Sieger des Wettbewerbs. Und während dort großer Jubel ausbrach, wurden die Konstanzer Gesichter lang.
"Natürlich bin ich enttäuscht", sagte Oberbürgermeister Horst Frank unmittelbar nach der Entscheidung. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses diskutierte er noch mit dem Juryvorsitzenden über die Entscheidungsfindung. Ohne weitere Erkenntnis.
Denn die Jury ließ sich nicht in die Karten blicken. Nur so viel: Es sei sehr eng gewesen in diesem Jahr, so Joachim Treusch.
Hat Konstanz zu sehr polarisiert?
Intransparenz sorgt für Spekulationen und so wurde munter gemutmaßt, weshalb es für Konstanz nicht gereicht habe: Man habe Oldenburg nicht noch einmal den Titel versagen können, lautete eine Variante.
Eine andere besagte: Vielleicht hat unser Auftritt zu sehr polarisiert? Gedanken, die man sich macht, wenn man Verlierer ist.
Siemenschef Stefan Keh und Uni-Rektor Gerhart von Graevenitz beobachteten da immer noch etwas konsterniert den Oldenburger Jubel. Von Graevenitz hebt die Schultern. "Das Leben geht weiter", sagt er leise.

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