Konstanz Entsetzen nach dem Abbrennen des Kinderhauses
Das Kinderhaus Edith Stein in der Gustav-Schwab-Straße ist nur noch ein Skelett. Selbst viele Stunden nach dem Alarm in der Nacht auf Freitag ist die Feuerwehr im Einsatz. Bild: Bild: Hanser
Konstanz – Fassungslos steht Clemens Braun vor der Ruine des Kinderhauses Edith Stein in der Gustav-Schwab-Straße. Auf dem Arm hält er seinen dreijährigen Sohn Leo, der hier bislang in den Kindergarten gegangen ist. Clemens Braun schaut auf den aufsteigenden Rauch und sagt: „Ich bin geschockt. Das war eine der schönsten Kindereinrichtungen in Konstanz.“
Das Kinderhaus Edith Stein ist in der Nacht auf Freitag vollständig abgebrannt, nur ein einsturzgefährdetes Gerippe aus Stahl steht noch. Die Polizei schätzt den Schaden auf drei bis vier Millionen Euro. Verletzt wurde niemand. Die Brandursache ist noch unklar. Laut Polizeipressesprecher Fritz Bezikofer können die Ermittler aus Sicherheitsgründen frühestens am Montag mit der Untersuchung beginnen. Bislang gebe es keine Hinweise auf Brandstiftung, auch wenn „das Gebäude sehr schnell sehr stark gebrannt hat“. In den vergangenen Tagen habe es in Konstanz immer wieder Mülleimerbrände gegeben. „Ob das mit dem Kinderhaus zu tun hat, ist aber reine Spekulation“, so Bezikofer.
Die Freiwillige Feuerwehr Konstanz wurde um 3.30 Uhr alarmiert, doch zu dieser Zeit stand das Gebäude bereits voll in Flammen. Am Freitagmorgen sagte Andreas Knäble, Einsatzleiter der Nachlöscharbeiten: „Normalerweise hinterlassen wir keine Ruine, wir sind schnell und gut. Aber hier konnten wir nicht mehr tun.“ Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst im Einsatz. Gefahr bestand auch für ein benachbartes Wohnhaus, das die Feuerwehrleute vor einem Übergriff der Flammen geschützt haben.
Vorsichtshalber hat die Polizei das Gebäude in der Nacht geräumt. In der Dämmerung wurde dann die Bedrohung sichtbar: Die Flammen haben zerborstene Fensterscheiben und Verfärbungen an Jalousien und Fensterrahmen hinterlassen.
Und es geht weiter. Bereits gestern Mittag haben Bürgermeister Claus Boldt, Sozial- und Jugendamtsleiter Jürgen Treude, Dieter Gräble als Geschäftsführer der katholischen Gesamtkirchengemeinde und Thomas Kannenberg eine Lösung gefunden: Die 122 Kinder im Alter zwischen zwei und zehn Jahren kommen vorübergehend im Kinderkulturzentrum (Kikuz) unter. Ab kommendem Montag wird dort eine Notgruppe betreut. Ab Dienstag ist das Gebäude von 7 bis 17 Uhr für alle betroffenen Kinder geöffnet. Wer helfen möchte, kann Geld unter dem Stichwort „Wiederaufbau Kinderhaus“ auf das Spendenkonto mit der Nummer 227 00 00 07, Bankleitzahl 692 910 00, Volksbank Konstanz, überweisen.
Video: Großbrand im Kindergarten
Alle Kommentare 