Erfolgreiches Stromsparen im Haushalt ist kein Hexenwerk. Es gibt viele, Tricks, wie im Alltag effizient Energie genutzt und und vor allem gespart werden kann
Ein nicht unbedeutender Anteil der Lebenshaltungskosten wird durch den Energieverbrauch im Haushalt verursacht. Neben der Anschaffung moderner und sparsamer Geräte helfen auch einfache Verhaltensregeln, die Energiekosten zu senken.
Beim Wäschewaschen das Energiesparprogramm nutzen und gleichzeitig die Vorwäsche überspringen. Die Waschmaschine sollte immer mit der maximal möglichen Menge beladen sein. Als Faustregel gilt, dass möglichst eine handbreit – also etwa zehn Zentimeter – Platz zwischen Wäscheoberkante und Trommel sein sollte.
Mit modernen Waschmitteln ist heute kaum noch ein Kochwaschgang nötig. Leicht verschmutzte farbige und synthetische Textilien werden auch bei 30 oder 40 Grad sauber. Bei sehr hartnäckiger Verschmutzung genügen 60 Grad, sofern das Kleidungsstück dafür geeignet ist. Wer mit 30 Grad statt mit 60 Grad wäscht, benötigt nur knapp ein Drittel des Stroms. Je besser die Wäsche geschleudert wurde, umso weniger Energie benötigt der Trockner. Am sparsamsten ist natürlich die gute alte Wäscheleine.
Beim Kochen mit Elektroherd Töpfe mit glattem Boden verwenden, mit möglichst wenig Flüssigkeit kochen und immer den passenden Deckel zum kleinstmöglichen Topf verwenden. Kochplatte und Backofen rechtzeitig abschalten und die Nachwärme nutzen. Schnellkochtöpfe sparen bei Speisen, die länger garen müssen, bis zu 50 Prozent Energie.
Für die Erhitzung von Wassermengen bis zu zwei Liter eignen sich Wasserkocher. Gegenüber Elektroherd oder Mikrowelle benötigt er deutlich weniger Strom und Zeit. Doch nur Geräte, die sich selbst abschalten, sobald das Wasser siedet, sind wirklich energieeffizient. Ein Mikrowellenherd eignet sich zum Aufwärmen von Essen, sonst jedoch nicht. Ein Backofen braucht bis zu viermal so viel Energie wie herkömmliche Kochstellen. Ohne Deckel auf dem Topf wird beim Essenkochen sehr v iel Energie verschwendet: Mit passendem Deckel lässt sich der Verbrauch auf ein Drittel reduzieren.
Bei längerer Abwesenheit sollte der Kühlschrank ausgeschaltet und abgetaut werden. Die offen stehende Tür verhindert die Schimmelbildung. Essen auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, bevor es in den Kühlschrank kommt. Gefriergut aus dem Gefrierfach im Kühlschrank auftauen lassen; das dauert zwar länger, spart aber Strom. Ein leichter Reifansatz an den Innenwänden der Geräte ist ganz normal. Bildet sich jedoch eine Eisschicht, erhöht sich der Stromverbrauch. In diesem Fall ist das Gerät abzutauen. Die so genannte „No-Frost-Funktion“ verhindert die Eisbildung in Gefrierfächern, lästiges Abtauen entfällt. Allerdings braucht diese Funktion mehr Energie.
Wo Lampen länger als eine halbe Stunde am Tag brennen, rentieren sich Energiesparlampen. Viele Deckenfluter mit Halogenstrahlern sind wahre Stromverschwender, die im Jahr 50 Euro und mehr Stromkosten verursachen können. Halogenlampen sind aufgrund ihres hohen Stromverbrauchs gegenüber Energiesparlampen klar im Nachteil.
Ladegeräte – beispielsweise für Handy, Rasierer, elektrische Zahnbürste oder den Laptop – nach dem Ladevorgang wieder vom Netz nehmen. Fernsehgeräte und Audioanlagen mit dem Aus-Schalter abschalten und nicht mit der Fernbedienung. Geräte, die einige Zeit nach dem „Ausschalten“ Wärme abstrahlen oder einen leisen Brummton von sich geben, können über eine schaltbare Steckdosenleiste zuverlässig vom Netz getrennt werden, was selbstverständlich auch für Computer und Monitore gilt.
Über längere Zeit gekippte Fenster erhöhen den Energieverbrauch drastisch und ist überdies nicht notwendig und auch nicht wirklich sinnvoll. Die sogenannte „Stoßlüftung“ – im Winter für fünf bis zehn Minuten mit weit geöffnetem Fenster – sorgt für ein angenehmes Raumklima. Dabei aber Heizung abschalten. Apropos Heizung: Besonders teuer ist das Heizen mit elektrischen Heizkörpern oder Heizlüftern.
Duschen spart gegenüber einem Wannenbad viel Energie. Eine energieeffiziente Spülmaschine kommt mit weniger Strom und Wasser aus als ein geübter Spüler bei der Handwäsche. Sie sollte immer mit dem Energiespar- oder Umweltprogramm betrieben werden. Die Maschine möglichst immer vollständig beladen und die Siebkombination regelmäßig reinigen. Warmwasserspeicher während längerer Abwesenheit ganz und über Nacht mittels Zeitschaltuhren abschalten.
Bei der Neuanschaffung von elektrisch betriebenen Haushaltsgeräten hilft ein Blick auf die Verbrauchsdaten, die für viele Geräte ausgewiesen sein müssen. Die sogenannten Energieeffizienzklassen „A“ bis „G“ sollen dem Endverbraucher die Auswahl erleichtern; dabei steht das „A“ für die sparsamste Variante, das „G“ für die größten Verschwender. Da jedoch seit der Einführung dieser Bezeichnung die Technik deutliche Fortschritte gemacht hat, ist deren Aussagekraft deutlich eingeschränkt. In der Tat ist es so, dass schon Geräte mit den Klassen „B“ und „C“ zu den nicht wirklich sparsamen gehören. Ganz extrem ist das bei den Kühl- und Gefriergeräten: Dort gibt es inzwischen die Klassen „A+“ und „A++“. „A+“-Geräte verbrauchen etwa drei Viertel der Energie eines vergleichbaren A-Geräts, ein Gerät mit „A++“ sogar nur rund die Hälfte.