Mein

Konstanz Elektroautos parken kostenfrei in Konstanz

Bisher gibt es 21 Elektroautos im Landkreis. Die Stadt Konstanz will diese Zahl steigern und die Elektromobilität weiter voranbringen. Deshalb können Fahrer eines Elektroautos mit einer Plakette nun kostenfrei Parken.

Ab Januar stellt Konstanz seine oberirdischen Parkplätze kostenfrei zur Verfügung – allerdings nur den Nutzern von vollelektrisch betriebenen Autos. Wer mit seinem Elektrofahrzeug gratis parken will, muss sich zuvor eine blaue Plakette beim Landratsamt besorgt haben, die bestätigt, dass der Wagen nur mit Strom fährt. Konstanz schließt sich mit dieser Entscheidung einer Initiative des Landkreises und der Energieagentur an und will durch das Sonderangebot beim Parken Anreize für die Elektromobilität schaffen. Noch ist die Zahl der Nutzer von Elektromobilen im Landkreis sehr klein. Nach Angaben des Landratsamts sind aktuell 21 Elektroautos angemeldet (nur Personenkraftwagen, ohne Gabelstapler und andere Sonderfahrzeuge).

Der Landkreis Konstanz und die Energieagentur sehen Möglichkeiten, in den Kommunen, Anreize für die Nutzung eines Elektrofahrzeugs zu schaffen. Dieser Auffassung schlossen sich die Stadtverwaltung und der Konstanzer Gemeinderat an. Er stimmte mit großer Mehrheit (33 Ja-Stimmen, vier Enthaltungen) dafür, den E-Autos öffentlichen Parkraum im Freien künftig kostenfrei zu überlassen und die städtische Parkgebührenverordnung entsprechend zu ändern. Die Neuerung gilt ab 1. Januar 2014. Die Kostenfrei-Regelung gilt nicht für die Parkhäuser. Im Parkhaus an der Laube aber haben Fahrer von Elektro-Autos dennoch einen Vorteil. Drei Plätze sind dort schon seit Sommer nur für diesen Fahrzeugtypus reserviert. An einer Steckdose können die Fahrzeuge kostenfrei Strom tanken. Bei diesem Angebot kooperieren die Stadt und die Stadtwerke Konstanz. Weitere Stromtankstellen gibt es am Verwaltungsgebäude der Stadtwerke in der Max-Stromeyer-Straße und am Parkplatz vor der Insel Mainau. An der Blumeninsel können Fahrer von Elektromobilen gratis zertifizierten Ökostrom tanken, den ebenfalls die Stadtwerke zur Verfügung stellen. Die Chipkarte zum Freischalten des Tanks bekommen Nutzer an den Kassen zur Insel Mainau.

Mykola Neumann freut sich über die neue Parkordnung für Fahrer von Elektroautos in Konstanz. Der Rechtsanwalt ist seit seiner Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters im Sommer 2012 bei Geschäftsterminen mit einem besonders kleinen und wendigen Elektro-Zweisitzer unterwegs, das maximal Tempo 80 fährt. Er liebt das kleine Auto, von dem er sagt, es passe auch in jede „halbe“ Parklücke. Er nutze dieses Fahrzeug als Zweitwagen nicht nur im Stadtverkehr, sondern regelmäßig auch zu Fahrten nach Weingarten und Überlingen, wo er als Jura-Dozent im Einsatz sei. Er sieht die Notwendigkeit, die Infrastruktur mit Stromtankstellen auszubauen. Um noch mehr Menschen für die stromgetriebene Mobilität zu begeistern, könne das kostenfreie Parken ein weiterer Anreiz sein. Ein nächster Schritt könne dann die Ausweisung von Parkplätzen in der Innenstadt nur für Elektrofahrzeuge sein und eventuell ein besonders günstiger Tarif für E-Mobile auf der Fähre, die zwischen Konstanz und Meersburg verkehrt.

Neumann fährt ein Auto, das sich auch an einer herkömmlichen Steckdose leicht auftanken lässt. Ein Dreimeter-Kabel sei in das Fahrzeug integriert, zusätzlich habe er ein 15 Meter langes Verbindungskabel dabei. Da Elektro-Tankstellen noch selten seien, müsse er auch manchmal privat nach Strom fragen. Neumann hat damit aber beste Erfahrungen gemacht. Er gelte mit seinem Fahrzeug als Exot auf der Straße, die Menschen seien ihm gegenüber sehr hilfsbereit. Bisher seien seine Bitten um eine Ladung Strom nie abgewiesen worden. Sie seien ihm auch stets kostenfrei zur Verfügung gestellt worden, sei es an einer konventionellen Kraftstoff-Tankstelle oder bei Privatleuten.

Ist der Stromtank voll, könne er 70 bis 80 Kilometer sorgenfrei fahren. Danach sei der Tank zwar noch nicht leer, aber langsam müsse er ans Nachfüllen denken. Dies dauert beim Elektroauto deutlich länger als beim Benziner. Nach einer Viertelstunde laden, komme der Wagen wieder ein paar Kilometer weit. Das Vollaufladen nehme 3,5 Stunden in Anspruch, sagt Neumann. Für einmal Volltanken zahle er rund 1,50 Euro. Monatlich fielen allerdings 54 Euro zur Miete der Auto-Batterie an. Der Kauf wäre sehr teuer. Bei einer hohen Fahrleistung im Monat rechne sich das E-Auto. „Und der Wagen ist ökologischer als ein Benziner oder Diesel.“ Das Elektromobil macht keinen Lärm und hinterlässt keinen Gestank. Wie ökologisch es aber wirklich fährt, hängt unter anderem davon ob, ob der Strom aus erneuerbaren Energiequellen (Wasser, Wind, Sonne) produziert wurde.

 

Blaue Park-Plakette

Wer mit seinem Elektro-Auto kostenfrei in Konstanz parken will, benötigt die blaue Plakette vom Landkreis, die bestätigt, dass das Auto komplett mit Strom betrieben wird. Weitere Informationen bei Sebastian Frick vom Konstanzer Landratsamt. Er ist zu erreichen über Telefon: 07531/8 00 12 01 oder per E-Mail: Sebastian.Frick@LRAKN.de

Elektromobilität ist nur dann wirklich umweltfreundlich, wenn der Strom zum Tanken aus erneuerbaren Energien (Sonne, Wind, Wasser) gewonnen wurde und nicht aus Atomkraft oder Kohle. Die Preise für ein Elektroauto liegen zwischen 7000 Euro beim Kleinstwagen und rund 40 000 Euro für einen Mittelklassewagen. (rin)

Regionale Produkte von Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein auf SÜDKURIER Inspirationen. Gleich Newsletter abonnieren und sparen!
Regionale Kalender 2017
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Die besten Themen
Kommentare (5)
    Jetzt kommentieren