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Konstanz Eiseskälte: Zugvögel drehen wieder um

11.03.2010
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Die Eiseskälte sorgt für ein Kuriosum: Zugvögel, die nach Norden ziehen, drehen wieder um oder machen einfach am Bodensee Halt. Es wurden schon Hunderte Kiebitze, Singdrosseln und Feldlerchen auf Wiesen im Raum Konstanz und Radolfzell beobachtet.

Konstanz – Was Antje Boll in den vergangenen Tagen beobachtet hat, fasziniert die Mitarbeiterin des Naturschutzzentrums Wollmatinger Ried: Weit über 100 Kiebitze spazierten auf einer Wiese bei Hegne umher, direkt an der vielbefahrenen B 33. Zwischen Allensbach und Kaltbrunn sah sie einen weiteren Schwarm. Vogel-Experte Harald Jacoby vom Naturschutzbund (Nabu) in Konstanz hat eine Erklärung: Die Vögel haben wegen der Eiseskälte auf ihrem Zug nach Norden einfach kehrt gemacht und rasten nun am See.

Harald Jacoby weiß von vielen weiteren Beobachtungen im Landkreis Konstanz. „Die Vögel sind durch den strengen Nachwinter in Bedrängnis geraten.“ Teilweise waren sie auf ihrem Zug zurück in die Brutgebiete schon nördlich vom Bodensee gewesen, drehten aber wieder um. Andere stoppten die Reise gleich in der Region. Der starke Wind und die Schneefälle in Mittel- und Norddeutschland führten zur Umkehr, erläutert Harald Jacoby. „Die Tiere bekommen die unmittelbare Gefahr für sie mit. Um überleben zu können, brauchen sie diese Strategie.“ Unter den Gästen seien viele Singdrosseln und Feldlerchen. Gartenbesitzer haben gemeldet, Drosseln hüpften auf dem Rasen herum. In Radolfzell halten sich auf Wiesen sogar Kraniche auf. Und im Hegau wurde eine größere Ansammlung von Goldregenpfeifern gesehen. „Das ist bei uns schon sehr ungewöhnlich“, sagt der Fachmann.

Der Kiebitz mit seiner auffallenden Federhaube am Kopf lebt im Sommer auch im Wollmatinger Ried und anderen Feuchtwiesen am See, er ist aber mittlerweile sehr selten. Bei den jetzigen Gästen handelt es sich jedoch um Vögel, die im Norden oder Nordosten ihre Jungen groß ziehen. Auf ihrem Zug aus den Winterquartieren im Süden erwischte sie der noch strenge Winter in Süddeutschland.

Auf den Wiesen am See suchen sie nun nach Nahrung, was durch den gefrorenen Boden allerdings schwierig ist. Harald Jacoby: „Wir hoffen, dass es bald etwas wärmer wird.“ Er bittet Spaziergänger darum, Abstand zu halten, damit die Vögel nicht gestört werden.

Vogel-Förderung ?
Können die Natur-/Tierverbände nicht die Vögel etwas "fördern"?
Schlimm...
...wir sehen hier im Schwarzwald-Baar-Kreis auch schon viel zu früh Bachstelzen,Feldlerchen und ...
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