Die neue Orgel der Gebhardskirche soll zukunftsweisend für den Orgelbau sein. Mit der renommierten Firma Winterhalter könnte das gelingen
Der 14. Juli 2014 ist das große Ziel. Wenn es nach den Wünschen von Pfarrer Andreas Rudiger und CDU-Stadtrat und Orgelbauverein-Vorsitzender Wolfgang Müller-Fehrenbach geht, wird das der große Tag sein an dem die „Konzilsorgel“, so der geplante Name des Instruments, in der Gebhardskirche zum ersten Mal erklingt. Der Weg dorthin ist noch weit, aber jetzt haben die beiden rührigen Männer wieder ein paar Schritte nach vorne gemacht. Zum einen wird der renommierte Orgelbauer Claudius Winterhalter die Konstruktion des neuen Instruments übernehmen. Und zum anderen gibt es schon mal die mündliche Projektgenehmigung vom erzbischöflichen Ordinariat aus Freiburg. „Das war für uns der Durchbruch“, sagt Wolfgang Müller-Fehrenbach. Die schriftliche Zusage wird in den nächsten Tagen erwartet.
Bei seinem Besuch am Bodensee vor einigen Tagen hat Claudius Winterhalter jetzt auch erstmals eine Skizze seiner Pläne für die Gebhardsorgel öffentlich vorgestellt: „Wir wollen ein Instrument bauen, dass sich bewusst von bestimmten Traditionen loslöst“, erklärt Winterhalter im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Bereits nach dem ersten Besuch in der Gebhardskirche habe er gewusst, dass er eine gute Idee für den Bau haben werde, sagt Winterhalter. Das Projekt solle technisch, räumlich, klanglich und architektonisch einen Blick in die Zukunft des Orgelbaus werfen, so Winterhalter weiter. Mit innovativen Konzepten kennt sich das aufstrebende Unternehmen aus Oberharmersbach bestens aus: Für die Klosterkirche in Alpirsbach haben die bayerischen Orgelbauer eine bewegliche Orgel konstruiert, die auf einem Luftkissen im Raum zu verschieben ist.
„Ich war schon nach dem ersten Gespräch mit Herrn Winterhalter überzeugt davon, dass wir mit ihm den richtigen Partner gefunden haben“, zeigt sich Andreas Rudiger begeistert von den Ideen des Orgelbauers. „Wir wollen die Chance nutzen in Konstanz, neben dem Münster und der Stefanskirche, einen dritten Orgelschwerpunkt in Petershausen zu etablieren“, sagt Wolfgang Müller-Fehrenbach.
Die Kosten für den Bau sind zunächst auf 800 000 Euro gedeckelt. Für eine angemessene Klang-Lösung, so wie sie der Orgelbauverein anstrebt, werden wohl weitere 200 000 Euro fällig werden. Rudiger und Müller-Fehrenbach sind überzeugt, dass sie auch das weitere Geld noch zusammenbekommen werden. Schließlich war auch bisher die Spendenbereitschaft für das Projekt groß. Insgesamt 512 000 Euro sind bereits in den Topf eingeflossen. Darin eingerechnet ist auch der Betrag der Erzdiözese von 35 000 Euro. Das noch fehlende Geld soll auch über so genannte Pfeifenpatenschaften eingeworben werden. Die neue Orgel werde bis zu 3000 Pfeifen haben, so dass es reichlich Möglichkeiten gibt, Pate zu werden. Bis Ende 2012 haben Orgelbauverein und Gemeinde jetzt noch die Möglichkeit Änderungen an den Plänen des Orgelbauers zu besprechen. Ab 2013 soll die Konzilsorgel dann gebaut werden. Insgesamt rechnet Claudius Winterhalter mit einem Aufwand von rund 15 000 Arbeitsstunden. Die aus mehreren hunderttausend Teilen bestehende Orgel wird fast komplett angeliefert und dann vor Ort auseinander gebaut und in die Kirche eingebaut.
Der Neubau der Orgel war nötig geworden, nachdem die alte Orgel bei dem Hagel-Unwetter im Mai 2008 vollkommen zerstört wurde.
Unterstützung: Der Orgelbauverein St. Gebhard ist auf weitere Spenden angewiesen. Wer das Vorhaben unterstützen möchte, die Kontoverbindung lautet Sparkasse Bodensee, BLZ 690 50 001; Kontonummer: 24 01 56 12