Mein

Konstanz Ein erfahrener Lehrer nimmt die Fäden in die Hand

Martin Pohlmann-Strakhof steht jetzt an der Spitze der Wessenberg-Schule, an der er seit über 20 Jahren unterrichtet

Schnell wechselt er noch das Büro, wird dadurch vom Abteilungsleiter Wirtschaftsgymnasium zum Chef. Dann hat Martin Pohlmann-Strakhof Zeit für ein Gespräch über sich, seine neuen Aufgaben und Ziele. Diese Tage sind anstrengend für den 51-Jährigen, der gerade zum neuen Leiter der kaufmännischen Wessenberg-Schule ernannt wurde und nebenbei noch seinen alten Posten abdecken muss. Trotzdem ist Martin Pohlmann-Strakhof guter Dinge. „Die Tage als Schulleiter sind nicht mehr so planbar“, sagt er. Aber das macht nichts. Schulleiter zu sein, fühle sich „gut und richtig“ an. „Ich bin zufrieden, dass ich mehr Verantwortung übernehmen kann“, sagt der 51-Jährige.

Die Wessenberg-Schule ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Wohl auch deshalb hat er hier fast seine gesamte Schulkarriere verbracht. Nach dem Studium der Fächer Deutsch und Geschichte auf Lehramt und Magister in Göttingen und Osnabrück sowie dem Referendariat in Freiburg landete er am Bodensee. Seit 1992 unterrichtet Pohlmann-Strakhof an der kaufmännischen Schule. Erst war er zwölf Jahre Verbindungslehrer, hat dann vier Jahre lang den Stundenplan mitgestaltet und war zuletzt sechs Jahre Leiter des Wirtschaftsgymnasiums. Er war sich nicht sofort sicher, ob die nächste Stufe auf der Karriereleiter für ihn die richtige ist – vor allem an der eigenen Schule. „Ich fühle mich durch das tolle Kollegium aber so wohl, dass ich den Schritt gehen wollte“, sagt Pohlmann-Strakhof.

Für die kommenden Jahre hat er sich vorgenommen, dass die Wessenberg-Schule weiterhin bei Schülern, Eltern und Betrieben gut angenommen wird. Konkretere Ziele wie eine neue Schulart seien schwer zu benennen. „Durch die regionale Schulentwicklung und die Gemeinschaftsschule ist kaum vorherzusehen, wie es für uns weitergeht“, sagt der Schulleiter. Er rechnet damit, dass die Gebhard-Gemeinschaftsschule eine Oberstufe erhält, was Auswirkungen auf die anderen weiterführenden Schulen hätte. „Wir fühlen uns trotzdem sehr gut nachgefragt“, so der 51-Jährige. Er selbst hat es nie bereut, an eine berufliche Schule gegangen zu sein: „Wir haben hier ein viel breiteres Spektrum als am allgemein bildenden Gymnasium, das finde ich spannend.“

Wenn Martin Pohlmann-Strakhof Feierabend hat, setzt er sich auf sein Fahrrad und kommt eine halbe Stunde später in Litzelstetten an. Dort warten seine Frau und die Söhne (16 und 12 Jahre), die für den Schulleiter „die erste Geige spielen“. Ansonsten hört er gern Musik, liest historische Romane genauso wie Thriller, schwimmt und fährt Ski. Seit kurzem begeistert er sich auch für den Lehrerfußball. „Da bin ich eher der Abwehrtyp“, sagt Pohlmann-Strakhof. Es klopft an der Tür, der Schulleiter bittet den Kollegen hinein. Im richtigen Leben kann er sich Defensive eben nicht leisten. Da muss er als Regisseur im Mittelfeld die Fäden ziehen.

Regionale Produkte von Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein auf SÜDKURIER Inspirationen. Gleich Newsletter abonnieren und sparen!
Regionale Kalender 2017
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Allensbach
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren