Christoph Nix gibt schon auch mal gern und gut den Spaßvogel, gestern Abend bei der Eröffnung der Spielzeit 2012/2013 war er nur der Zweitlustigste. Moritz Leuenberger hat ihm ganz einfach die Show geklaut. Der ehemalige Schweizer Bundespräsident und Bundesrat hat so ziemlich alles aufs Korn genommen, über das die beiden Nachbarn derzeit miteinander streiten. Die Debatte zu deutschen Schwarzgeldkonten in der Schweiz und hierzulande eingekauften Steuer-CDs allerdings eher am Rande.
Man wollte sich ja nicht streiten, sondern in Frieden gemeinsam die neue Spielzeit des Konstanzer Stadttheaters eröffnen. Dass die Veranstaltung im Kreuzlinger Dreispitz über die Bühne ging, hat seinen Grund in Renovierungsarbeiten im Großen Haus des Stadttheaters. So wurde aus der Not eine Tugend gemacht und aus der Eröffnungsfeier ein Bekenntnis gegenseitiger Wertschätzung. Christoph Nix brachte sein Schweizer Ensemblemitglied Susi Wirth mit, die als Einstieg in den Abend wunderbar jodelte. Da schienen Freud und Leid, die bekanntlich eng beieinander liegen, ihre Töne gefunden zu haben.
Während Moritz Leuenberger bemüht war, die Gemeinsamkeiten zwischen den Nachbarn hervorzukehren, die größer seien als manche innerhalb der Schweiz, strich Christoph Nix die Mentalitätsunterschiede heraus. Zwei gegensätzliche Strategien, die zum selben Ziel führen sollten: der gegenseitigen Versicherung, sich dringend zu brauchen. So berichtete Leuenberger davon, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Bodensee weltweit zum Modell geworden sei.
Wenn es da nicht immer wieder diese Missverständnisse gäbe, von denen Susi Wirth am Ende in einem kleinen, sich hübsch anhörenden Lied sang. Zum Beispiel die für den heutigen Samstag angesetzte Podiumsdiskussion „Gartenzwerg oder Goldbarren?“.
Wer meint, die Zuordnung sei eindeutig, den überraschte der Schweizer Bundesrat damit, dass er den Gartenzwerg auch für die Eidgenossen reklamierte. Wer hätte das gedacht.
