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Konstanz "Ein Schritt in die Freiheit"

07.07.2007
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Berater, Politiker und Unternehmer haben gestern im Konstanzer Konzil für den Weg in die berufliche Selbstständigkeit geworben. Rund 150 Besucher erfuhren aber auch, dass für diesen Schritt Herzblut und gute Pläne nötig sind.

Konstanz - Gipfelsturm oder Absturz? Die Gründung eines Unternehmens ist eine Expedition mit ungewissem Ausgang. "Es ist wie eine kleine Eigernordwand, vor der man steht", sagte Sebastian Roller von der Online-Agentur Seitenbau. Er berichtete bei einer Diskussion im Konzil vom guten Start aus dem Studium heraus, von Krisenzeiten mit dem Verlust nahezu aller Aufträge, aber auch vom nun stetigen Erfolg.

Rund 150 Besucher waren zur Existenzgründer-Messe "Tag der Chancen" gekommen, um aus erster Hand Informationen und Tipps zu bekommen. Anlass war der Arbeitsplatzabbau bei Nycomed. Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank sagte: "Man muss sich immer dem Wandel stellen." Landrat Frank Hämmerle erklärte: "Wir müssen aufzeigen, dass berufliche Selbstständigkeit ein Schritt in die Freiheit ist." Unter den 28 Ausstellern waren Kammern, Banken, aber auch Nycomed. "Wir unterstützen die Veranstaltung", sagte Nycomed-Sprecherin Susanne Hof. So seien drei Mitarbeiter anwesend, die Konzepte für eine Existenzgründung hätten und ihre Kollegen beraten könnten. Nycomed streicht in Konstanz 790 Stellen und wird wohl rund 350 Kündigungen aussprechen.

In einer von SÜDKURIER-Chefredakteur Thomas Satinsky moderierten Runde warnte der oberste Existenzgründer-Berater des Landes, Peter Schäfer, vor blinder Flucht in die Selbstständigkeit. "Wir betreiben genauso Existenzgründungsverhinderung wie Förderung", sagte er. Allerdings seien auch schon aus der Not gute Ideen entstanden. Entscheidend seien: Geschäftsidee, Vorbereitung und Motivation. Thomas Schneeweis vom Büroservice bizzcenter24 berichtete vom neunfach neu geschriebenen Businessplan. Zugleich schwärmte er von der Freiheit, "Dinge zu tun, die ich machen möchte". Er sei Unternehmer mit Herzblut. Peter Pohl von der Gatc Biotech AG, ein Marktführer bei der Gen-Analyse, sagte: "Unternehmer sein, ist einfach geil." Doch auch er investiert unter der Woche die meiste Zeit ins Unternehmen. Wolfgang Ehinger, der mit einem Kollegen die Fliesen-Verlege GmbH, übernommen hat, beschrieb: "Ein 14-Stunden-Tag ist normal." Doch das Wagnis Selbstständigkeit bereute er ebenso wenig wie die anderen Podiumsteilnehmer. In Einzelgesprächen informierten Berater nach der Diskussion. An den Ständen gab es teils sehr konkrete Anfragen. Alfred Nagel, Wirtschaftsförderer des Landkreises, sagte: "Wir haben ein sehr gutes Beratungs-, Betreuungs- und Unterstützungsangebot."

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