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Konstanz Ein Plan für die Zukunft der Stadt

200 Besucher kommen zur Aktionswerkstadt: Dort wird das Portal Stadtplan Zukunft vorgestellt – hier finden Bürger Gruppen, Initiativen, Geschäfte, Institutionen und Organisationen, die zu einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung beitragen wollen.

Das Thema Klimaschutz bewegt die Konstanzer: Bei einer Aktionswerkstadt, die im Rahmen der städtischen Initiative Zukunftswerkstadt 2.0 im Konzilgebäude stattfand, informierten sich rund 200 Besucher an 40 Ständen von Gruppen, die sich in Konstanz in unterschiedlicher Form um mehr Ressourceneffizienz und Klimaschutz bemühen.

Die Besucher lernten etwa die plastikfreien Produkte wie Bürsten und Pfannenschieber der Firma Monomeer kennen oder probierten Getränke des Lieferservices Vida. Sebastian Stetter von Lake Constance Canoes aus Wallhausen erklärte seinen Standbesuchern, wie seine Firma mit möglichst vielen nachwachsenden Materialien Kanus herstellt: „Wir verwenden Flachs, der zum Beispiel aus Frankreich oder Belgien kommt, und Kork aus Portugal“, sagte er.

Wer solche und ähnliche Angebote in Konstanz sucht, kann ab sofort mit einem Blick in das Internet schnell fündig werden: Der Stadtplan Zukunft, das Kernprojekt der Zukunftswerkstadt 2.0, ist jetzt online. Das Webportal mit Adressen aus dem Bereich Nachhaltigkeit, in dessen Gelingen die Erfahrungen zahlreicher Konstanzer eingeflossen waren, wurde bei der Veranstaltung den Bürgern vorgestellt.

Nach einer Begrüßung durch den Oberbürgermeister Uli Burchardt und einem Vortrag von Jürg Minsch zum Thema „Ressourcenleichtigkeit − Gedanken zu nachhaltiger Entwicklung und Suffizienz“ umringten zahlreiche Besucher die Tische, auf denen der Stadtplan ausgelegt war. Adressen von Geschäften, die regionale Lebensmittel verkaufen, oder die Givebox, in der jeder ungenutzte Dinge verschenken kann, ließen sich entdecken. Einzelne Aufkleber mit Ergänzungen klebten bereits nach kurzer Zeit auf den Plänen. Das ist ganz im Sinne des Erfinders: „Der Stadtplan ist im Prinzip fertig und befindet sich jetzt in der Testphase, um weiter mit Inhalten gefüllt zu werden“, sagte Ralph Schiel von der Firma Naturblau, die im Auftrag der Stadt Konstanz die Internetseite gestaltete, am Rande der Veranstaltung. Durch einen Mausklick auf das Feld „Ort hinzufügen“ können Nutzer des Angebotes den Stadtplan um weitere Hinweise ergänzen. „Bisher sind es 200 Orte. Ich habe im Gefühl, das es in einem Jahr 400 sein werden“, zeigte Schiel sich zuversichtlich.

Zum Abschluss des Nachmittages gab Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn einen Ausblick auf die letzte Phase der Zukunftswerkstadt, die er als „Leuchtturmprojekt der Stadt“, bezeichnete. Bereits von 2012 bis 2013 war die Stadt Konstanz als eine von 13 Städten für die Initiative, die sich einen Beitrag auf dem Weg in eine 2000-Watt-Gesellschaft zum Ziel gesetzt hatte, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert worden. Bis August läuft nun mit der Zukunftswerkstadt 2. 0 eine zweite Runde, an der drei Städte teilnehmen. Bis dahin wird es auch weitere Interviews geben, in denen Bürger über ihre Versuche, den CO-Ausstoß zu verringern, berichten. Wenn die Fördergelder ausgelaufen sind, sollen die Projekte nach Wunsch der Stadt aber nicht versanden, sondern in Bürgerhand übergeben werden. Das gilt auch für den Standplan: Es wäre wünschenswert, so der Bürgermeister, wenn ein Verein die Pflege des Online-Stadtplanes übernehmen würde. Spontan meldete sich Karl Ulrich-Schaible, bekannt für sein Engagement um den Klimaschutz, als Mitglied. Aus den Zuschauerreihen kam aber auch Kritik: „Ich sehe die Stadt in der Verantwortung und nicht nur die Bürger“, so ein Besucher. Eine Frau sagte: „Wir können nicht in erster Linie durch ehrenamtliches Engagement etwas bewegen, sondern vor allem, indem wir unser alltägliches Verhalten ändern.“

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