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Konstanz Ein Leben für die Kirchenmusik

23.07.2009
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Wer Peter Marksteiner kennt, weiß, dass er Musik über alles liebt und eine besondere Beziehung zu Orgeln hat. Jene in St. Gebhard, die seit dem großen Hagel am 26. Mai 2009 aufgrund eines Wasserschadens unbespielbar ist, kennt er in- und auswendig. Er vermisst das Instrument mit seinen 47 Registern, das derzeit durch ein Orgelpositiv ersetzt wird, sehr. Schließlich ist er seit 45 Jahren Organist in St. Gebhard und spielt seither auf dieser Königin der Instrumente.

Schon als kleiner Bub durfte Peter Marksteiner auf der Orgelbank sitzen und „zugucken, wie die Füße und Finger des Organisten laufen“. „Das hat mich fasziniert“, so Marksteiner, „und den Klang fand ich einfach toll, obwohl ich damals überhaupt nicht wusste, wie's funktioniert.“ Mit sieben oder acht Jahren hat er mit Klavier begonnen, schließlich ist die Orgel kein Anfängerinstrument. „Es war eine abenteuerliche Geschichte“, erinnert sich der heute 72-Jährige. Bei Nachbarn durfte er auf dem Klavier spielen. Aber die Orgel vergaß er nicht. Mit 16 Jahren endlich konnte er Orgelunterricht in seinem Heimatort Wehr nehmen. „Es war überwältigend, das erste Mal das Tutti zu benutzen – der volle Klang einer Orgel“, schwärmt Peter Marksteiner.

„Nach relativ kurzer Zeit habe ich den Organistendienst übernommen“, berichtet Marksteiner. Er machte Abi und studierte zunächst in Freiburg Klavier und nach dem Examen in Essen Orgel. Noch vor seinem Studienabschluss wurde er vom damaligen Leiter des Gebhardchores angesprochen, dass die Organistenstelle in St. Gebhard frei würde, und er lud den jungen Studenten gleich zum Gebhardsfest ein. Sofort war man sich einig und so pendelte Peter Marksteiner fast ein halbes Jahr zwischen Konstanz und Essen, schließlich wollte er sein Studium ja noch zu einem erfolgreichen Ende bringen. Seither hat er die kirchenmusikalische Geschichte in St. Gebhard mitgeschrieben. Fünf Pfarrer hat er in dieser Kirche erlebt, dazu noch Chorleiterwechsel und damit verbunden Wechsel in der Musikliteratur. Nie wurde es dem Organisten langweilig, zumal er eine besondere Beziehung zu „seiner“ Orgel hatte. „Man kennt alle Möglichkeiten. Es gibt Tausend Variationen, Register zusammenzustellen. Selbst nach Jahren hat man immer wieder Ideen für neue Kombinationen“, sagt Peter Marksteiner voller Begeisterung.

Unbefriedigend ist lediglich der derzeitige Zustand der Orgel. Noch eine halbe Stunde vor dem Hagelsturm am 26. Mai hat er auf der Orgel in St. Gebhard gespielt. Als der Organist heimfuhr, geriet er in das Unwetter. Am nächsten Tag erfuhr er, dass die Orgel durch Wassereinbruch unbespielbar geworden ist. Jetzt hat er lediglich ein Orgelpositiv zur Verfügung. „Es hat keine Pedale und nur vier Register“, so Marksteiner. Nicht nur der Klang ist mehr als unbefriedigend, auch die Einschränkungen in Sachen Literatur sind unerfreulich. Ob die alte Orgel saniert oder eine neue Orgel angeschafft wird – diese Entscheidung fällt frühestens in einem halben Jahr. Peter Marksteiner weiß, dass er Geduld haben muss. Bis dahin bearbeitet er kirchenmusikalische Werke, damit sie auch auf einem kleinen Orgelpositiv angenehm tönen.

Aurelia Scherrer

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