Konstanz Egg hat eine Stimme

Das hatte die neue Bürgergemeinschaft nicht erwartet: Die Schnattermühle platzte beim ersten öffentlichen Bürgerabend aus allen Nähten.

Die Bürger in Egg haben ein deutliches Zeichen gesetzt: Sie wollen gehört werden und ihrem Stadtteil eine Stimme geben. Das ist die Erkenntnis des Donnerstagabends. Die neu gegründete Bürgergemeinschaft Egg hatte zu ihrer Vorstellung eingeladen, und die Schnattermühle platzte aus allen Nähten. Am Ende der Versammlung hatte Vereinsvorsitzender Patrick Betz eine Liste mit Wünschen der Egger und sie die Erkenntnis, dass der Dorfplatz als gesichert gilt.

Bei der öffentlichen Gründungsversammlung wurde deutlich, dass sich die Bürger zwar in ihrem Stadtteil absolut wohl fühlen, er aber mit der rasanten Entwicklung nicht Schritt gehalten hat. „Wir haben hier kaum Infrastruktur“, fasste Gaby Ellegast zusammen. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Bürgergemeinschaft und blickte auf das Wachstum in Egg. Zwischen den Jahren 2000 und 2014 sei es um 51 Prozent gewachsen, so stark wie kein anderer Konstanzer Stadtteil. 770 Menschen leben dort. Einen Einkaufsladen, eine Versammlungsstätte, gemeinsame Aktionen der Bürger gibt es nicht. Das beliebte Dorffest „war irgendwann zu Ende, was ich sehr bedauere“, sagte Kassiererin Ingrid Heiz. Die Anwesenden in der Schnattermühle von Beisitzer Tobias Payer stimmten mit Applaus zu.

Die Situation soll sich ändern, da sind sich Bürgergemeinschaft und Bürger einig. Der Termin für die „Egger Tafel“, bei der sich alle auf dem Dorf- und Spielplatz treffen sollen, steht. Und der neue Verein hat sich bereits eine Agenda mit Schwerpunktthemen zusammengestellt. „Wir wollen mitgestalten in Egg“, gab Vorsitzender Patrick Betz als Ziel aus – sei es bei Bauvorhaben von Stadt und Land, sei es bei der Diskussion über Gastronomie und Geschäft im Dorf, sei es bei der Förderung von nachbarschaftlichem Engagement. Einen ersten offiziellen Termin hatte die Bürgergemeinschaft bereits im Rathaus. Der Dorf- und Spielplatz stand für eine Bebauung im Gespräch, auch, weil die Stadt derzeit nach Standorten für Flüchtlingsunterkünfte sucht. Der Verein habe gegenüber Bürgermeistern, so Gaby Ellegast, klar gemacht: „Die Egger würden sich diesen Platz nicht ohne Widerstand nehmen lassen.“ Dabei gehe es nicht um Ressentiments. Das Gelände inmitten Eggs sei aber der einzig noch verbliebene grüne Fleck, den Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen schätzten.

Die Bürger haben dem neuen Verein einen Katalog mit Wünschen und Anregungen hinterlassen. So sorgen sie sich um die hohe Verkehrsbelastung im Ort, um das Ausmaß künftiger Bebauung, sie hätten gerne einen Kiosk, Entsorgungsbehälter für Hundetüten und eine bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Ein Bürger sagte: „Wir brauchen ein Gemeindezentrum.“ Dieses könnte auch von einer noch zu gründenden Genossenschaft getragen werden.


Das wünschen sich die Bürger für Egg

Eine besserer Bustakt und ein Dorfladen. Der kleine Konstanzer Stadtteil hat noch Aufholbedarf, sagen Egger.

Vorstand: Vorsitzender der neuen Bürgergemeinschaft Egg ist Patrick Betz. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind Gaby Ellegast (stellvertretende Vorsitzende), Siegmund Kopitzki (Schriftführer), Ingrid Heitz (Kassiererin), Andreas Marx, Johannes Schacht, Tobias Payer, Rudolf Heitz und Urs Glänzel (Beisitzer). Der Verein im Internet: www.konstanz-egg.de

Stimmen: Die Egger fühlen sich in dem Stadtteil wohl. Sie haben aber Wünsche. Brunhilde Mayer hätte gerne „eine bessere Busverbindung“, am liebsten viertelstündlich. Andrea Kunz fehlt eine Begegnungsstätte und ein Dorfladen. Sie befürwortet den Anfang, darüber zu diskutieren. Susanne Zacharias fragt, ob sich ein Dorfladen rechnete. Sie schätzt Egg als Kinderparadies. „Wir sind zu schnell gewachsen. Es ist schwer, die Leute kennen zu lernen“, sagt Ur-Egger Klaus Mayer. (phz)

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