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Konstanz Diskomeile in Konstanz bereitet große Sorgen

06.10.2008
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Ein Vergnügungsviertel bereitet in Konstanz Kopfzerbrechen: Mit jeder weiteren Veranstaltungsstätte im Industriegebiet sind in den vergangenen Jahren die Probleme mit Gewaltbereiten gewachsen. Auffallend sind Delikte mitschweren Körperverletzungen, wie kürzlich gegen einen prominenten Basketballspieler. Polizei und Stadt suchen nach Lösungen – und sind dabei weitgehend auf sich allein gestellt.

Auffallend sind Delikte mit schweren Körperverletzungen, wie kürzlich gegen einen prominenten Basketballspieler. Polizei und Stadt suchen nach Lösungen – und sind dabei weitgehend auf sich allein gestellt.

War in Konstanz früher wenig geboten, hat sich das in den vergangenen Jahren geändert. 2004 eröffneten an der Max-Stromeyer-Straße die Großraumdisko Dance Palace, nebenan das damalige B1. In unmittelbarer Nähe sind die etablierten Einrichtungen Kulturladen und Contrast.

Es kamen später das zwischenzeitlich wieder geschlossene Chez Fuchs (Pony Klub), die Neuwerk-Kantine, die Blechnerei und die heutige Beat Box hinzu. „Es ist eine Vergnügungsmeile entstanden“, analysiert Konstanz' Polizeichef Joachim Felgenhauer. Das Industriegebiet, genauer gesagt das Oberlohn, zieht die Menschen aus einem großen Umkreis an, auch in die Rotlichtetablissements und Fast-Food-Restaurants.

Bei der Polizei schlägt sich das in der Statistik nieder. Seit 2006, also seit Eröffnung weiterer Diskos, stieg die Zahl der registrierten Delikte. Bis Ende August gab es 2008 im Oberlohn 33 gefährliche Körperverletzungen. „Ein hohes Niveau“, sagt Polizeisprecher Michael Aschenbrenner. Denn in dieses Kriminalitätsfeld fallen schwere Vergehen wie etwa kürzlich der Angriff auf den Konstanzer Basketballprofi Lars Menck mit einem Gürtel. Ein prominentes Opfer, an das sich viele Fälle unterschiedlicher Intensität anreihen – zuletzt eine Schlägerei zweier Gruppen in und vor einer Disko, in einer anderen kam es kürzlich zu einer Messerstecherei. Generell seien selten Außenstehende wie Menck betroffen. Aschenbrenner warnt davor, das Oberlohn generell als „gefährlich“ zu sehen.

„Die Qualität der Delikte im Oberlohn ist eine andere geworden“, betont Felgenhauer. Er rechnet mit einer weiteren Zunahme. Längst greifen Streithähne zu Waffen oder lassen selbst von am Boden liegenden Opfern nicht ab. Häufige Ursache für das enthemmte Verhalten: Alkohol und Drogen.

Die Polizei tut sich schwer, Ordnung in die Vergnügungsmeile zu bekommen. Das verwundert nicht. „Der Respekt vor der Polizei ist in manchen Kreisen verloren gegangen“, sagt der Revierleiter. Immer öfter werden seine Mitarbeiter bei Einsätzen verbal und körperlich angegriffen. Das entpuppt sich dann zum Problem, wenn die Beamten wie so oft mit geringer Personalstärke vor Ort sind. „Wir sind dünn besetzt“, klagt Felgenhauer. An Wochenenden ist das Revier mit gerade einmal drei Streifen unterwegs – also sechs Polizisten. Zu wenig, um vor allem bei heiklen Einsätzen umfassend agieren zu können. Zumal es in Konstanz noch weitere Problem-Gebiete gibt. Das Land will zwar jährlich 800 Anwärter ausbilden. Doch diese stehen frühestens 2011 zur Verfügung.

Was also tun? Polizei und Stadt haben mehrere Ansätze. Künftig werden die Konstanzer Einsatzkräfte durch Beamte anderer Reviere mit bis zu drei weiteren Streifen unterstützt. Erfolg verspricht sich der Revierleiter von einem auf Grund der Kriminalitätsentwicklung entworfenen Konzept. Frühzeitige Präsenz zeigen die Beamten bei Kontrollen während der Anfahrt der Diskogänger. Vom Nahbereich der Einrichtungen selbst will sich die Polizei zurückhalten, um nicht zu provozieren. Ein Augenmerk liegt auf der Einhaltung des Jugendschutzgesetzes durch die Diskobetreiber sowie auf sorgsamen Alkoholausschank an die Gäste – ein Konzept, das also auch präventiv wirken soll.

Die Stadt denkt an härtere Maßnahmen. „Wir prüfen die Möglichkeit rechtlicher Auflagen“, sagt der stellvertretende Konstanzer Bürgeramtsleiter, Erich Böhler. Denkbar sei, die Betreiber zum Ausbau ihrer Videoüberwachung zu verpflichten. Deren Sicherheitsleute sollen ihr Aufsichtsgebiet erweitern. Fruchtet keine Maßnahme, gäbe es eine letzte Möglichkeit: Sperrzeitverlängerung.

Stadt und Polizei wünschen sich mehr Interesse der Diskobetreiber. Es seien viele Gespräche geführt und Zusagen getätigt, aber nicht eingehalten worden. Das laufe in Singen anders. Der dortige Diskothekeninhaber sei, so Polizeisprecher Aschenbrenner, stets in Kontakt mit der Polizei, um Störenfrieden am Top Ten und Erdbeermund im abgelegenen Industriegebiet zu entgegnen. Dort gibt es im Jahr rund 30 Kriminalitätsfälle.

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Es hat nichts mit einer sachlichen Diskussion oder gar Toleranz zu tun, wenn nur wild und ohne ...
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