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Konstanz Diskogäste über Razzia sauer

03.06.2008
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Nach der Drogenrazzia in einer Konstanzer Diskothek erheben Besucher Vorwürfe gegen das Vorgehen von Polizeieinheiten und Zoll. Diese hätten die Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt und überzogen agiert. Die 400 Gäste mussten sich zur Kontrolle auf Drogen komplett entblößen. Die Polizei erwidert: Persönlichkeitsrechte und Intimsphäre seien so gut wie möglich gewahrt worden. 31 Drogendelikten gehen die Ermittler nach.
Es war die größte Razzia in Konstanz seit geraumer Zeit. Mit rund 200 Einsatzkräften rückten Polizei, Zoll, Schweizer Grenzwacht, Kantonspolizei Thurgau und Bereitschaftspolizei an und stürmten in die Diskothek. Die 400 Besucher durften das Gebäude nicht verlassen, die Toilette nur unter Beobachtung besuchen (wegen Verdachts auf Drogenbeseitigung) und erhielten lediglich durch die Polizei etwas zu trinken. Das hatte den Hintergrund, dass kein potenzieller Drogenbesitzer seine Ware kurzfristig noch verschwinden lassen konnte.

Die Razzia dauerte mehrere Stunden. Von den Besuchern wurden die Personalien aufgenommen. Was die meisten jedoch ärgerte, wie gestern einige gegenüber dem SÜDKURIER äußerten, war die Leibesvisitation. Die Diskogäste mussten in einem separaten Bus alle Bekleidungsstücke ablegen und wurden auf versteckte Drogen untersucht. Die Betroffenen empfanden dies als Freiheitsberaubung und Menschenrechtsverletzung, wie Briefe an den SÜDKURIER und Nutzerkommentare in der Onlineausgabe belegen.

Michael Aschenbrenner, Pressesprecher der Polizeidirektion Konstanz, ist sich der unangenehmen Situation für die Diskobesucher bewusst. "Wir haben aber unser Möglichstes getan, um das Persönlichkeitsrecht und die Intimsphäre zu wahren", sagte er. Die Besucher seien in einem eigens dafür eingerichteten Bus durchsucht worden.

Nach verdeckten Ermittlungen hatte sich die Polizei zur Razzia in der Disko entschieden. Sie hatte laut eigenen Angaben Anhaltspunkte gesammelt, dass dort mit Drogen gehandelt wurde. Bei der Durchsuchung am Freitag konnten die Beamten 14 Personen Drogenbesitz nachweisen. In 17 Fällen haben die Beamten zwar Betäubungsmittel gefunden, konnten diese jedoch niemandem zuordnen und werden noch weiter ermitteln. Einige der Drogenbesitzer seien der Polizei bereits als Händler bekannt gewesen.

"Die Damen und Herren von der Polizei waren aggressiv, in der Überzahl, mit Schlagstöcken und Pistolen ausgerüstet, haben alles gefilmt und jeden behandelt, als ob er ein Drogendealer wäre", schreiben Lisa Rothengass-Mahlstaedt, Josephine Heubeck und Silke Hackel aus Radolfzell in einem Leserbrief an den SÜDKURIER (Seite 27). "Um unser polizeiliches Ziel zu erreichen, haben wir keine andere Möglichkeit", erläuterte gestern Michael Aschenbrenner, Pressesprecher der Polizeidirektion Konstanz.

Die Beamten hätten im Vorfeld die Hinweise auf Drogenhandel ins Verhältnis zu einer Razzia gesetzt. Sie seien zum Entschluss gekommen, dass ein Einsatz gerechtfertigt sei. Einsatzleiter Gerd Stiefel, Chef der Konstanzer Kripo, gilt allerdings auch in Polizeikreisen als Vertreter einer harten Linie.

Bis zum Ende des Einsatzes mussten die Gäste der Disko fern bleiben. Das wiederum empfanden viele als Ärgernis: zehn Euro Eintritt für einen kurzen Tanzabend bezahlt, Pfand für Gläser nicht mehr zurückerhalten zu haben. Angebliche Augenzeugen schreiben unter www.suedkurier.de, dass eine Frau von einem Beamten verletzt worden sei.

Diese Beschwerde liegt der Polizei bereits vor. "Bei einer Razzia muss es schnell gehen", erläutert Aschenbrenner. Sollte während des raschen Zugriffs jemand verletzt worden sein, "müssen wir uns darüber Gedanken machen und dem nachgehen", sagt der Pressesprecher.

 

Polizei-Ombudsmann nötig
Alle immer wieder berichteten Ereignisse mit rechtwidrigem Verhalten der Polizei legen nahe: es ...
@dennisr
Von unbekannt
Personale Konsequenzen? Ha, ha, niemals!

Sowohl die zuständige ...
Sny
Von unbekannt
Die werte Person Sny ist wohl selbst beim staat beschäftigt.
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