Konstanz Diskogäste über Razzia sauer
(Symbolbild) Bild: dpa
Nach verdeckten Ermittlungen hatte sich die Polizei zur Razzia in der Disko entschieden. Sie hatte laut eigenen Angaben Anhaltspunkte gesammelt, dass dort mit Drogen gehandelt wurde. Bei der Durchsuchung am Freitag konnten die Beamten 14 Personen Drogenbesitz nachweisen. In 17 Fällen haben die Beamten zwar Betäubungsmittel gefunden, konnten diese jedoch niemandem zuordnen und werden noch weiter ermitteln. Einige der Drogenbesitzer seien der Polizei bereits als Händler bekannt gewesen.
"Die Damen und Herren von der Polizei waren aggressiv, in der Überzahl, mit Schlagstöcken und Pistolen ausgerüstet, haben alles gefilmt und jeden behandelt, als ob er ein Drogendealer wäre", schreiben Lisa Rothengass-Mahlstaedt, Josephine Heubeck und Silke Hackel aus Radolfzell in einem Leserbrief an den SÜDKURIER (Seite 27). "Um unser polizeiliches Ziel zu erreichen, haben wir keine andere Möglichkeit", erläuterte gestern Michael Aschenbrenner, Pressesprecher der Polizeidirektion Konstanz.
Die Beamten hätten im Vorfeld die Hinweise auf Drogenhandel ins Verhältnis zu einer Razzia gesetzt. Sie seien zum Entschluss gekommen, dass ein Einsatz gerechtfertigt sei. Einsatzleiter Gerd Stiefel, Chef der Konstanzer Kripo, gilt allerdings auch in Polizeikreisen als Vertreter einer harten Linie.
Bis zum Ende des Einsatzes mussten die Gäste der Disko fern bleiben. Das wiederum empfanden viele als Ärgernis: zehn Euro Eintritt für einen kurzen Tanzabend bezahlt, Pfand für Gläser nicht mehr zurückerhalten zu haben. Angebliche Augenzeugen schreiben unter www.suedkurier.de, dass eine Frau von einem Beamten verletzt worden sei.
Diese Beschwerde liegt der Polizei bereits vor. "Bei einer Razzia muss es schnell gehen", erläutert Aschenbrenner. Sollte während des raschen Zugriffs jemand verletzt worden sein, "müssen wir uns darüber Gedanken machen und dem nachgehen", sagt der Pressesprecher.
Sowohl die zuständige ...