Die Zuhörer lachen schon, bevor er überhaupt angefangen hat zu lesen. Dabei lacht der Entertainer, Musiker, Autor, Schauspieler und Club-Betreiber selbst über seine Witze am lautesten. Die Zuhörer sind freudetrunken von der Figur Rocko Schamoni.
Die „Antinichtraucherlesung“ im Neuwerk ist mit mehr als 200 Besuchern ausverkauft. Ganz in Schwarz gekleidet, mit jugendlichen Turnschuhen und diesem Grinsen betritt Rocko Schamoni die Bühne. Hier öffnet er erst einmal eine Flasche Bier von vielen noch folgenden und zündet sich eine Zigarette an. Schamoni liest aus seinem 2007 erschienen Roman „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit.“ Das Buch handelt von dem sympathischen Versager Michael Sonntag und seinen kuriosen Erlebnissen. Schamoni schildert den Alltag eines arbeitslosen Kunststudenten, der nicht studiert, weil er die Kunst hasst. Der 44-Jährige hat eben seinen eigenen Humor, geprägt von Skurrilität und zuweilen einfach nur sinnlos. Berichtenswert sind darum Banalitäten, wie zum Beispiel der „Schnipselalarm auf dem Bürgersteig.“ Die 80-jährige Nachbarin des Protagonisten hat Reste aus dem Müll über den Balkon geworfen. Immer wieder unterbricht Schamoni, erklärt, improvisiert und sorgt für Lacher mit Sätzen wie: „Das ist wirklich wahr: Die Frau Holle des Hausmülls, die gibt es wirklich.“ Der Vorleser überzeugt in den spontanen Augenblicken.
