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"Die sind völlig durchgedreht"

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Seit über 30 Jahren beschäftigt sich der Wissenschaftler Ulrich Warnke von der Universität des Saarlands mit Gefahren durch elektromagnetische Felder für Menschen und Tiere. Er sieht "harte Hinweise" für einen schädigenden Einfluss von Mobilfunkfrequenzen. Über seine Erkenntnisse sprach Warnke vorab mit dem SÜDKURIER, ein ausführliches Referat hält er am heutigen Donnerstag, 7. Juli, um 19.30 Uhr im Astoria-Saal der Volkshochschule Konstanz.

Vor 30 Jahren gab es doch noch gar keinen Mobilfunk, wie sind sie denn auf die Idee gekommen, nach dem Einfluss von elektromagnetischen Feldern zu fragen?

Es gab Hochspannungsleitungen, Trafostationen, Radio und Fernsehen und damit elektromagnetische Felder, Niederfrequenzwellen und Hochfrequenzwellen. Wir haben untersucht, wie die auf Heuschrecken und Bienen einwirken. Besonders bei Bienen waren die Ergebnisse hochdramatisch. In einem Stock unter einer Hochspannungsleitung haben die Bienen ihr Heim zugekittet, Honigreserven herausgerissen und sogar die Königin getötet. Die sind völlig durchgedreht.

Nun ist der Mensch ja vielfältigen elektrischen und elektromagnetischen Feldern ausgesetzt. Er dreht unter diesem Einfluss aber offenkundig nicht durch.

Bei den Studien über Einflüsse von Basisstationen für den Mobilfunk, also Mobilfunkmasten mit mindestens drei Sendern, im Umkreis von 400 Metern zeigen sich psycho-neuro-vegetative Störungen. Menschen sind aufgeregt, fühlen sich nicht wohl, es gibt auch Krebsfälle. Die Hinweise sind plausibel, nur die Studien werden nicht unbedingt anerkannt, weil die Ergebnisse nicht beliebig reproduzierbar sind.

Was macht Sie dennoch so sicher, dass die Hinweise ernst genommen werden müssen?

Forschungsstand ist, dass der Mobilfunk mit seinen Frequenzen Stickstoff-Monoxide im Körper mobilisiert und damit freie Radikale freisetzt, welche die zelluläre Struktur schädigen kann. Es kann zu Chromosomenbrüchen kommen. Auch Stress kann freie Radikale freisetzen. Der Mobilfunk bringt dann quasi das Fass zum Überlaufen. Wer vorgeschädigt ist, wird die Folgen spüren.

Wir sind inzwischen abhängig von Mobilfunk und Elektronik. Was lässt sich da noch tun?

Mobilfunk könnte auch mit niedrigeren Leistungsdichten betrieben werden. Außerdem möchte ich auf die Wirkung von Antioxidantien, etwa Vitamin C, hinweisen. Unter ihrem Einfluss lassen Empfindlichkeiten für Mobilfunk nach. Wer sich an die Empfehlung hält, täglich 650 Gramm frisches Obst und Gemüse zu essen, könnte also besser geschützt sein.

Nachgefragt hat

Claudia Rindt

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