Konstanz – Noch in der Nominierungsversammlung liefen die Handys heiß. Mögliche Kandidaten, die grundsätzlich ihre Bereitschaft erklärt hatten, sich auf die Liste setzen zu lassen, wurden gefragt, ob sie nun auch die schriftliche Erklärung dazu abgeben wollten. Unterstützer schwärmten während der laufenden Versammlung aus, um die Einwilligungsschreiben beizubringen. Auf diese Weise gelang es Frank und Freie auf den letzten Drücker, alle 40 Listenplätze zu füllen. Unter den Aufgestellten sind zwei Kandidaten der Linken Liste, die diese nun nicht mehr unterstützen wollen. Wegen ihrer Doppelkandidatur werden sie aus beiden Listen fallen. Bei Frank und Freie werden dadurch zwei Ersatzkandidaten auf die beiden letzten Listenplätze rücken. Die 22 Abstimmenden waren sich über die Positionierung der Kandidaten einig.
Spitzenkandidat ist der 44 Jahre alte Rechtsanwalt Klaus Frank, der die Wählergruppe ins Leben gerufen hat. Platz zwei besetzt Edith Furchner, die sich auch im Stadtseniorenrat engagiert, und Platz drei Elektromeister Gerhard Böhme, der sich in jahrelangem Rechtsstreit erfolgreich gegen die Wahlpraxis in der Handwerkskammer Konstanz durchgesetzt hatte. Auf dem vierten Platz folgt Andreas Palmer, Wirtschaftsinformatiker und Lehrbeauftragter an der Hochschule HTWG sowie Sprecher der Bürgerinitiative Eichbühl. Der prominente Konstanzer Basketballer Lars Menck ließ sich auf Platz neun setzen. Er wolle die Wählervereinigung unterstützen und ihr Stimmen bringen, aber noch nicht unbedingt selbst in den Gemeinderat einziehen, erklärte Menck auf Nachfragen. Nicht zu den Kandidaten, aber zu den offenen Unterstützern gehört das ehemalige CDU-Mitglied und der frühere Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Wollmatingen, Axel Mog.
Als neue Wählergruppe müssen Frank und Freie bis Donnerstag 100 Konstanzer beibringen, die ihre Unterstützung schriftlich erklären. Erst dann ist die Zulassung zur Wahl sicher.
Frank und Freie/Bunte Liste ist eine vom Wahlrecht zugelassene Wählervereinigung ohne Mitglieder, Vorstand, Satzung und Programm. Frank betrachtet die Gruppierung als Plattform, die kommunalpolitische Beteiligung allein durch Sachargumente ermöglicht. Die große Freiheit wirkte bei der Kandidatensuche offenbar auf einige abschreckend. „Viele kommen damit nicht zurecht“, sagte Frank. Auch das Logo der Gruppierung ist flexibel. Es lässt sich auf die Bunte Liste reduzieren, falls der Gründer nicht mehr Namensgeber für die Liste sein will. Der Rechtsanwalt betrachtet die Kandidatur für einen Sitz im Gemeinderat nur als Station auf dem Weg zum Amt des Oberbürgermeisters. Ab 2011 will er für sich als Kandidat werben.
