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Konstanz Die VHS will nach vorne blicken

22.09.2012
Konstanz -  Nach Monaten der Negativ-Schlagzeilen und der Debatten über fehlende Gelder und fehlerhafte Bilanzen, will man bei der Volkshochschule (VHS) Konstanz-Singen jetzt wieder nach vorne blicken. Das neue Semester beginnt am 24. September.

Stellen das neue Volkshochschul-Programm vor (von links nach rechts): Nikola Ferling (Vorsitzende) und Dorothee Jacobs-Krahnen (Stellvertretende Vorsitzende).  Bild: Oliver Hanser

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Nach Monaten der Negativ-Schlagzeilen und der Debatten über fehlende Gelder und fehlerhafte Bilanzen will man bei der Volkshochschule (VHS) Konstanz-Singen jetzt wieder nach vorne blicken. Das neue Semester beginnt am Montag, 24. September, und Nikola Ferling, VHS-Vorsitzende, und ihre Stellvertreterin Dorothee Jacobs-Krahnen freuen sich darauf, sich wieder auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren zu können. „Wir verstehen uns als Ort der Weiterbildung, Qualifizierung und Begegnung. Genau das wollen wir mit unserem neuen Semesterprogramm auch unterstreichen“, sagte Nikola Ferling bei der Vorstellung des neuen Programms in Konstanz. Das Saisonmotto lautet „Länder. Menschen. VHS“.

Fast 170 Seiten ist das aktuelle Programmheft stark, es ist im Stadtgebiet weitgehend verteilt, die Anmeldephase läuft und nach Angaben von Ferling und Jacobs-Krahnen läuft sie sogar sehr gut. Insgesamt 1527 Veranstaltungsangebote bietet die VHS im kommenden Semester. Von den 109 geplanten Vorträgen finden 75 in Konstanz statt. „Das zeigt auch, wie wichtig uns der Standort Konstanz ist“, sagte Nikola Ferling. Als Vortragsgäste kann die Bildungseinrichtung auch im kommenden Semester wieder einige prominente Zeitgenossen begrüßen. So kommt beispielsweise am 28. Oktober das SPD-Urgestein Egon Bahr und diskutiert mit dem Moderator Meinhard Schmidt-Degenhard unter dem Titel „Geteilt und geeinigt“. Bahr gilt als Architekt der bundesdeutschen Ost-Politik, die er zusammen mit Willy Brandt entwickelt hat.

In diesem Semester findet auch zum zweiten Mal die Diskussionsrunde „Konstanzer Kontroversen“ statt. Das Thema am 20. November im Konzil lautet „Mein Leben gehört mir“ und dreht sich um medizinethische Fragen. „Darf der Mensch Gott spielen? Das könnte eine Leitfrage dieses Abends werden“, sagt Dorothee Jacobs-Krahnen. Auf dem Podium diskutieren dann miteinander: Saskia Frei, Präsidentin des Schweizer Sterbehilfevereins Exit, Edzard Schmidt-Jorzig, früherer Justizminister, Eberhard Schockenhoff, Priester und Professor für Moraltheologie und Matthias Bloechle, Gynäkologe mit „Kinderwunschklinik“ in Berlin.

Im Dezember, genauer gesagt am 5. Dezember, dürfte es einen ähnlich spannenden Abend geben: Dann stellt sich der Genfer Soziologe, Globalisierungskritiker und Berater des UN-Menschenrechtsrats Jean Ziegler den Fragen von Schmidt-Degenhard.

Neben neuen Themen will die VHS auch neue Kurskonzepte anbieten. „Wir haben gemerkt, dass das klassische 90-Minuten-Kurskonzept pro Woche vielleicht nicht für jeden Menschen das Richtige ist“, sagt Nikola Ferling. So wurden beispielsweise gerade im Sprachenbereich neue Formate entwickelt. „Englisch ohne Eile“ soll Menschen, die schon länger aus der Lernphase raus sind, ermöglichen, eine Sprache in einem entspannteren Tempo zu erlernen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Schnellkurse in verschiedenen Sprachen, die es den Teilnehmern ermöglichen sollen, schneller Fortschritte zu erzielen. Neue Sprachen im Angebot sind: Finnisch, Hindi und Serbisch. Wer sich bei einem bestimmten Kursangebot noch nicht ganz sicher ist, kann es in einem Schnupperkurs erst an einem Termin ausprobieren und sich danach für einen Kurs entscheiden.

Insgesamt soll die Zielgruppenorientierung bei der VHS weiter verschärft werden. Für spezielle Zielgruppen wie Senioren, Familien oder Weiterbildungswillige soll es auch spezielle, zugeschnittene Angebote geben. „Insgesamt“, sagt Dorothee Jacobs-Krahnen, „muss man auch mal eines feststellen: Die Qualität und Quantität des VHS-Programms hat unter der ganzen Krise nicht gelitten.“

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