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Konstanz Die Orgel ist verstummt

23.07.2009
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Den Totalausfall der Orgel hat die Kirchengemeinde St. Gebhard zu beklagen. Denn bei dem verheerenden Hagelsturm am 26. Mai wurde das Dach der Kirche St. Gebhard teilweise abgedeckt und Wasser lief in Kirchenschiff und Orgel. Die Folge: Das Instrument ist nicht mehr bespielbar.

Konstanz – Die Orgel von St. Gebhard, die 1931 eingeweiht und 1961 modernisiert wurde, ist seit längerem ein wichtiges Thema. Schon ein wenig in die Jahre gekommen und mit Tücken behaftet, die durch das Geschick des Organisten Peter Marksteiner ausgeglichen wurden, hat die Kirchengemeinde vorrausschauend gedacht und im Jahr 2003 einen Orgelbauverein gegründet, um irgendwann eine neue Orgel in Auftrag zu geben, bevor das bestehende Instrument den letzten Ton aushaucht.

Knapp über 100 000 Euro hat der Orgelbauverein mit dem Vorsitzenden Wolfgang Müller-Fehrenbach und dessen Stellvertreter Christoph Jung bereits durch Spenden und Aktionen beisammen. Sie hätten noch einige Zeit benötigt, um die finanziellen Mittel in Höhe von rund 800 000 Euro für einen Orgelneubau zu sammeln. „Über Nacht ist jetzt der Fall eingetreten, mit dem wir erst in einigen Jahren gerechnet hätten“, so Pfarrer Andreas Rudiger, der anfügt: „Jetzt haben wir ein echtes Problem.“

Diakon Jens Sowa hat den Schaden als Erster entdeckt. Durch das Hagelunwetter war das Dach der Kirche teilweise abgedeckt und „Hagelbrei und Wasser“ floss hinab. „Die hinteren Pendelleuchten standen halbvoll mit Wasser“, berichtet Sowa. An den Trägern über der Orgel floss das Wasser in das Instrument. „Wir haben noch versucht, die Orgel mit Planen abzudecken, aber es war zu spät“, so Sowa, der den gewaltigen Schaden fotografisch dokumentierte. Holzpfeifen sind aufgequollen oder gerissen, die Lederteile der Windlade sind zunächst nass und dann hart geworden, Ventile sind hinüber, teilweise ist Schimmel bemerkbar. Der gesamte Schaden ist nicht absehbar. Nur so viel steht fest: Totalausfall, die Orgel ist nicht mehr bespielbar.

Orgelinspektor und Orgelbauer haben sich den Schaden bereits angesehen, die Versicherung ist eingeschaltet, wie Wolfgang Müller-Fehrenbach kurz skizziert. „Das Verfahren läuft“, so Müller-Fehrenbach, aber es wird noch dauern. Dann wird sich die Frage stellen, ob die Orgel wieder in den Zustand vor dem 26. Mai gebracht werden kann, und wenn ja, mit welchem finanziellen Aufwand. Oder ob es sinnvoller sein könnte, den Orgelneubau konkret anzugehen. Doch das steht noch in den Sternen. Eine Entscheidung kann erst getroffen werden, wenn der Schaden eingeschätzt und eine Aussage der Versicherung vorliegt.

Derzeit behilft sich die Kirchegemeinde St. Gebhard mit einem kleinen Orgelpositiv, das der Sinfonische Chor Konstanz zur Verfügung gestellt hat. Aber das ist nur eine Notlösung. „Nächstes Jahr hat der Kirchenchor St. Gebhard sein 100-Jahr-Jubiläum“, Pfarrer Andreas Rudiger mag gar nicht daran denken. Auch nicht an kommende Weihnachten. „Wir werden dann wohl nach St. Suso ausweichen müssen“, so der Pfarrer etwas bekümmert. „Ich hoffe, dass es keine Vakanz von mehreren Jahren gibt.“

"worst case"
Durch Zufall und Neugier bin ich auf den vorliegenden Artikel gestoßen.
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