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Konstanz Die Natur als Schule

01.07.2009


Mondscheinnächte und Expeditionen zu Fröschen: Seit zehn Jahren lernen Kinder in den Gruppen des Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Tiere und Pflanzen besser kennen. An die Anfänge erinnert das BUND-Fest am Samstag, 4. Juli, am Palmenhaus im Paradies.

Konstanz – Erst der Besuch bei den Fledermäusen und dann auch noch im Freien schlafen, nur geschützt durch einen Schlafsack. Neueinsteiger in eine der Naturgruppen für Kinder und Jugendliche des BUND würden sich kaum begeistern können für ein solches Programm. Stadtkinder leben oft auf Distanz zur Natur. Das ändert sich in der Regel im Laufe der monatlichen Treffen. Christine Giele, eine der Mitbegründerinnen der Naturgruppen, erinnert sich an ein Kind, das nach einem Regenguss auf die Straße sah und spontan beschloss: „Wir müssen jetzt die Regenwürmer retten.“ Alle Kinder machten mit. Sie bückten sich und trugen die Würmer ins Gras. Keiner schrie „Igittigitt“ und weigerte sich, das Tier in die Hand zu nehmen. Und auch bei der Mondscheinnacht im Freien, der letzten Aktion im Jahresprogramm, seien die Kinder immer mit Begeisterung dabei, sagt Giele.

Entstanden sind die Naturgruppen am Bodensee-Naturmuseum. Die Kinder schwärmten in Gruppen aus, um im Freien die Natur zu erkunden und auch, um ein wenig Werbung zu machen für das Museum, das damals um seinen Erhalt kämpfte. „Die Außengruppe war die Ergänzung zur Museumspädagogik“, sagt Dieter Brdiczka. Er war damals Vorsitzender des Förderkreises Naturmuseum und erlebte, wie die Naturgruppen überrannt wurden von Kindern. Konstanz benötigte dringend neue Leiter und weitere Naturgruppen. Giele und Brdiczka organisierten Weiterbildungen, bei denen Naturpädagogik und psychologische Aspekte des Lernens mit allen Sinnen im Vordergrund standen. Viele der Naturlehrer kamen aus den Kreisen des BUND, der die Gruppen bald übernahm. Heute hat er rund 20 Gruppenleiter, die in Zusammenarbeit mit der Volks- und der Naturschule ausgebildet wurden.

Die Naturgruppen besuchen auch Experten, etwa den Imker, der den Kindern erklärt, wie Bienen leben, oder den Fledermausfachmann, der den Ultraschall der Tiere hörbar machen kann. Die Ausflüge begeistern viele. Auf Wunsch von Kindern, die auch nach der Grundschulzeit weiter in der Natur lernen wollten, wurde eine Jugendgruppe gegründet. Auch aus Erinnerungsheften mit Illustrationen, Geschichten und Witzen spricht Begeisterung. Wer sie studiert, weiß zum Beispiel, warum Hasen so viel fressen: Klar doch – sie haben schließlich zwei Löffel.

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