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Konstanz Die Kunst des Lebens

21.09.2010
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Konstanz – Im Bildungsturm des Kulturzentrums Münster veranstaltet der Verein „Frauen helfen Frauen in Not“ zu seinem 20-jährigen Bestehen die Ausstellung „Frauen in Veränderung – Wege aus der Gewalt“ der Malerin Hanne Hick. Zur Vernissage führte Hanne Hick Gäste und Besucher durch die Ausstellung und gab einen Einblick in ihr Werk aus ihrer Perspektive.

Aber auch ohne persönliche Führung ist die Gegenwart der Künstlerin in ihren Bildern überdeutlich, und das nicht nur aufgrund erstaunlicher Ähnlichkeit Hicks mit den dargestellten Frauenfiguren.

In den 83 Exponaten, die eine 26-jährige Schaffensperiode abdecken, spiegelt sich die Geschichte Hicks nicht nur als Künstlerin, sondern auch als Mensch wieder. Sie überlässt dabei ganz absichtlich den Betrachter nicht sich selbst. Zum einen ist der Aufbau der Ausstellung chronologisch und ein nicht nur sprichwörtlicher roter Faden geleitet den Besucher über vier Stockwerke durch die Phasen eines Entwicklungsprozesses. Zum anderen gehen Bild und Text eine enge Verbindung ein, denn jedem Ausstellungsstück sind erläuternde Worte der Künstlerin beigefügt, so dass letztendlich die Geschichte von Hicks Leben erzählt wird.

Dabei geht es Hick nicht um Selbstdarstellung, sondern sie möchte mit ihrer Kunst aufklären. Mit der Anbindung an die eigene, wahre Geschichte gelingt es, dass ihre expressionistische Malerei sich nicht in abstrakter Vagheit verliert, sondern die Realität des Dargestellten ausdrückt. Vor allem in der Darstellung von Gewalt, Missbrauch und Verlust berühren die Bilder empfindlich. In der Konfrontation erlebt der Betrachter die Ohnmacht, die er aber sogleich in Hicks Spuren überwindet. Denn das Gefühl von Hilflosigkeit ist nur Ausgangspunkt einer Entwicklung, die in der Bewältigung der traumatischen Erlebnisse und der Neuorientierung im Leben ihren Abschluss findet.

In ihrer Kunst hat Hick die Möglichkeit gefunden, sich selbst auszudrücken und somit eine Verarbeitung ihrer Vergangenheit einzuleiten. Mit der Ausstellung soll der persönliche Diskurs nach außen gerichtet und fortgesetzt werden. Das öffentliche Bewusstsein für immer noch nur tabuisierte Themen soll in der Auseinandersetzung mit ihnen sensibilisiert werden. Zusammen mit dem Verein „Frauen helfen Frauen in Not“ will Hick zwar vor allem Frauen, doch, wie sie betont, auch Menschen allgemein Mut machen, selbstbewusst zu sein und zu handeln.

Die Ausstellung ist bis zum Freitag, 1. Oktober, im Bildungsturm des Kulturzentrums am Münster zu sehen. Am Samstag, 25. September, 16 Uhr, hält Ergo- und Kunsttherapeutin Karla Klettner einen Fachvortrag mit dem Titel „Im Handeln Veränderungsmöglichkeiten erfahren mit der Arbeit am Tonfeld.“ Der Eintritt ist frei.

Ausstellung ist bis zum 3. Oktober geöffnet
Der Artikel gibt einen guten Einblick in die Ausstellung und ihre Hintergründe.
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