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Konstanz Die Egger Wiese wird auf jeden Fall bebaut - wo genau und wie ist noch offen

Die Bürger dürfen über das Wie mitreden, aber nicht über das Ob: Die Politik hat erste Beschlüsse zu einem Thema getroffen, das in dem kleinen Konstanzer Teilort heiß umstritten ist. Doch bis die Bagger anrollen, dürfte es noch eine ganze Zeitlang dauern.

Die geplante Bebauung der Dorfwiese mitten im kleinen Stadtteil Egg hat die erste politische Hürde genommen. Der Technische und Umweltausschuss stimmte am Donnerstagabend einstimmig dafür, dass ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Zugleich machten die Politiker deutlich, dass die Egger zwar über das Wie mitsprechen können, aber nicht über das Ob. Unverständnis wurde über „Aufgeregtheiten“ in Egg laut, nachdem Bürger in breit verteilten E-Mails ohne Kenntnis des Verfahrens der Konstanzer Stadtverwaltung unterstellt hatten, diese halte ihre erst Ende Oktober öffentlich getroffenen Zusagen zur Beteiligung nicht ein.

„Wir sind ganz am Anfang“, betonte Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn in der Sitzung. Der Bebauungsplan werde, wenn am Dienstag (ab 16 Uhr, öffentlich, Ratssaal) auch der Gemeinderat zustimmt, jetzt erst aufgestellt. Auch wenn das Baugesetzbuch dies nicht zwingend erfordere, plane die Stadt auf jeden Fall eine breite Bürgerbeteiligung; auch das Wort „Workshop“ benutzte Langensteiner-Schönborn in diesem Zusammenhang.

Gleiches gelte für eine Freiraumplanung und für eine Prüfung der Umweltbelange. Nur weil diese nicht vorgeschrieben seien, bedeute das nicht, dass die Stadt Konstanz darauf verzichte. Nicht zur Debatte steht dagegen offenbar der Plan, überhaupt zu bauen. Marion Klose, Chefin des Amts für Stadtplanung und Umwelt, erinnerte an die Gemeinderatbeschlüsse zur Flüchtlingsunterbringung vom Oktober und zum Handlungsprogramm Wohnen. Schon damals sei klar gewesen: „Wir brauchen diese Fläche dringend und kurzfristig für den Wohnungsbau“. Man wolle das „gemeinsam mit den Eggern entwickeln“.

Diese Überzeugung hatten auch die Stadträte im Technischen und Umweltausschuss. Mattias Heider (CDU) erinnerte daran, dass niemand den Plänen widersprochen habe, als das Handlungsprogramm Wohnen verabschiedet wurde. Wenn auch 3000 Quadratmeter überplant würden, werde bei weitem nicht die ganze Dorfwiese bebaut. Es könne aber sein, dass die neuen Gebäude nicht an der einst für einen Kindergarten geplanten Stelle stünden. Ähnlich äußerten sich Jürgen Ruff (SPD) und Baubürgermeister Langensteiner-Schönborn. Kein Thema mehr war der Kindergarten mit Begegnungsraum. Durch die Einrichtungen in Allmannsdorf und an der Uni sei oder werde der Bedarf auf künftig gedeckt, so die Verwaltung.

Ob es im Neubauvorhaben dennoch einen Gemeinschaftsraum gibt, soll das weitere Verfahren ermitteln. Nach dem Aufstellungsbeschluss des Gemeinderats sollen den Bürgern Ideen vorgestellt werden, zu denen sie sich dann äußern können. Matthias Heider erklärte dazu: „Öffentlichkeitsbeteiligung ergibt nur Sinn, wenn man auch einen Entwurf hat, über den man sprechen kann.“ Das Verfahren dürfte sich dann bis weit ins Jahr 2016 hinein ziehen. Die Politik wird mit dem Thema noch mehrmals befasst, unter anderem mit dem Auslegungs- und dem Satzungsbeschluss. Ist der Bebauungsplan dann rechtskräftig, können Bauanträge gestellt werden, für deren Bearbeitung die Verwaltung drei Monate Zeit hat. Allein aus diesem Ablauf ergibt sich, dass ein Baubeginn auf der Egger Wiese frühestens 2017 möglich wäre.

 

Die Egger Wiese

Das städtische Grundstück in der Dorfmitte steht schon länger im Fokus von Bauherren: Laut Bebauungsplan aus dem Jahr 1993 war dort ein Kindergarten geplant – dafür gab es aber zuletzt keinen Bedarf. Stattdessen wurde das Grundstück in der Dorfmitte sowie Egg Ost und Bogen II in das Handlungsprogramm Wohnen aufgenommen. Da es sich um eine Gemeinbedarfsfläche handelt, kann der Bebauungsplan entsprechend schnell geändert werden. Aus diesem Grund rückte die Fläche im Frühjahr dieses Jahres auch in den Fokus für den Bau einer Flüchtlingsunterkunft. Diese wird nun aber am Ortsrand gebaut. (sap)

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