Mit Harald zur Hausen
nimmt erstmals ein Nobelpreisträger
am Wissenschaft-trifft-Wirtschaft-
Tag teil, der am Freitag zum
fünften Mal an der Universität Konstanz
stattfindet. Professor zur Hausen
hatte 2008 den „Nobelpreis für
Physiologie oder Medizin“ erhalten.
Er war langjähriger Vorstandsvorsitzender
des Deutschen Krebsforschungszentrums.
Der Veranstalter BioLAGO hat den
Tag unter das Motto „Gesundheitswirtschaft
– von der Idee zum Produkt“
gestellt. Zahlreiche Kurzvorträge
aus Forschung und Entwicklung
aus den Gebieten der Life Sciences
(Lebenswissenschaften) bieten den
Teilnehmern ausreichend Gesprächsstoff.
Zum Abschluss der Veranstaltung
wird der Nobelpreisträger über
seine „Erfahrungen in der Entwicklung
von Impfstoffen bei der Krebserkrankung“
berichten. Der 73-Jährige
war für die Bestätigung seiner These,
dass die menschlichen Papillomviren
(DNA-Viren) eine wesentliche Rolle
bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs
spielen, mit dem begehrten
Preis ausgezeichnet worden.
Im Anschluss findet mit ihm eine Podiumsdiskussion
statt, an der weitere
Fachleute der Onkologie (Lehre von
den Geschwülsten) teilnehmen. Moderieren
wird die Expertenrunde der Konstanzer
Uni-Professor Alexander Bürkle,
dessen Doktorvater Harald zur
Hausen war. Den Höhepunkt am Vormittag
(10.20 Uhr) wird der Vortrag von
Professor Gunter Meister (Max-
Planck-Institut der Biochemie/Universität
Regensburg) sein, der sein Teilgebiet
der Genforschung und denkbare
Therapielösungen vorstellen wird.
„Die Veranstaltung soll die hochklassige
Forschung aufzeigen“, erklärte
Peter Pohl, stellvertretender Vorsitzender
von BioLAGO und Vorstandvorsitzender
von GATC Biotech. „Und
sie soll den Wissenschaftlern zeigen,
wie sie den Schritt in die Wirtschaft
wagen können“, ergänzte er. „Im Bodenseegebiet
sind rund zehn Prozent
aller Arbeitsstellen bei den Lebenswissenschaften
angesiedelt“, erklärte Michael
Statnik, bei BioLAGO für die Öffentlichkeitsarbeit
zuständig.
Dabei
seien die Arztpraxen und Kliniken
nicht berücksichtigt, fügte er hinzu.
Auch an der Universität Konstanz
wird an Impfstoffen gegen den Krebs
geforscht. So hat die Arbeitsgruppe
um Junior-Professor Peter Öhlschläger
inzwischen zwei Patente eingereicht,
die als Grundlage für Medikamente
zur „therapeutischen Impfung“
– also nach einer Krebserkrankung
durch Viren – dienen sollen.